Golfy Bird: Retro-Golfspiel trifft Flappy Bird

Oliver Janko

Ist ein Spiel erfolgreich, gibt es stets Trittbrettfahrer. In den letzten Monaten sorgte mit Flappy Bird ein simpler Spieletitel für Furore, der dementsprechend einfach zu adaptieren war. Auch die Noodlecake Studios wollen am Erfolg des Hits teilhaben – allerdings nicht mit einem simplen Klon, sondern dem cleveren und kreativen Ableger Golfy Bird. Richtig, das Flappy Bird-Spielprinzip wird hier mit Golf gekreuzt – wir haben das Game getestet.

Ein kurzer historischer Exkurs: Seit Android, iOS und Co. existieren, gab es immer wieder Apps, die für einige Wochen und Monate die Medien beherrschten und Fans begeisterten – man denke nur an Doodle Jump, Temple Run, Quizduell und zuletzt eben Flappy Bird (Test). Bei all diesen Beispielen war auf dem Zenith ihrer Popularität das gleiche Schauspiel zu beobachten: Im Zuge des Erfolgs wurde der Play Store nur so mit Klonen, Kopien und Ablegern geflutet. Im Falle von Flappy Bird kam erschwerend hinzu, dass das Original aus dem Play Store genommen wurde – und die Klone somit freie Bahn hatten.

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Der Vogel muss ins Loch

Neben zahlreichen Müll-Spielen bekam Flappy Bird zumindest in Form von Mr. Flap einen noch schwereren, aber eigenständigen und brauchbaren Ableger. Damit aber nicht genug: Nun schickt sich auch noch ein neues Spiel mit dem Namen Golfy Bird an, den digitalen App-Laden zu erobern. Das Prinzip ist einfach und durchaus an Flappy Bird angelehnt: Durch Tippen auf den Bildschirm wird der Vogel in Höhe und Richtung gesteuert, schnelles Tippen hievt das Federvieh noch höher in die Lüfte. Dabei sollte aber stets auf die Richtung geachtet werden, denn es kann nach links oder rechts „geflapt“. Ist der Vogel erst mal in eine Richtung unterwegs, kann so schnell nicht mehr umgekehrt werden – dazu sind zahlreiche Taps auf das Display notwendig, und das lässt sich wiederum schwer mit den Spielzielen vereinbaren: In jedem Level darf nur eine bestimmte Anzahl an Taps verbraucht werden, je nach verbrauchter Menge wird der Spieler mit einem goldenen, einem silbernen oder einem bronzenen Stern belohnt. Die Sterne wiederum sind notwendig, um die nächsten Levels freizuschalten – ganze 31 sind an Bord, sechs davon können von Beginn an gespielt werden. Ziel ist es, das kleine Federvieh in eben der vordefinierten Anzahl an Taps (oder weniger) in ein Loch zu navigieren, was schließlich auch den Terminus „Golfy“ im Titel erklärt.

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Simple Steuerung, schlichte Grafik

Links tappen, links flappen; rechts tappen, rechts flappen – die Steuerung ist nicht sonderlich schwer zu erlernen, weshalb Golfy Bird auch auf ein einführendes Tutorial verzichtet. Aufgrund der grafisch simplen Umsetzung läuft das Spiel auch auf älteren Geräten problemlos. Einige Makel seien an dieser Stelle noch erwähnt: Im Test sorgte das Game zwei Mal für einen kompletten Systemabsturz. Die Musik lief weiter, das Smartphone ließ sich aber nicht mehr bedienen – ein nerviger Bug, der sich allerdings nach wenigen Sekunden von alleine löste – der Spielfortschritt war dann aber Weg. Untermalt wird die Szenerie mit nerviger Dudelmusik im Stil schlechterer Game Boy Spiele, die zum Glück allerdings in den Einstellungen deaktiviert werden kann.

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Großes Suchtpotenzial, nervige Werbung

Eine Warnung sei an dieser Stelle aber angebracht: Wie schon Flappy Birds macht auch der Golf-Ableger schnell süchtig, wir hatten im Test gleich mal mehrere Spielstunden zusammen. Kein Wunder, steigt der Schwierigkeitsgrad doch exponentiell zum Level: Zu Beginn ist das Erreichen des Lochs noch recht einfach, mit jeder weiteren Spielstufe gesellen sich aber neue Hindernisse und Fallen hinzu, Wassergräben oder Treibsand sind hier noch die harmloseren Beispiele. Es braucht einiges an Gefühl und Geduld, um den kleinen Vogel sicher durch die Welten zu navigieren und schlussendlich einzulochen.

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Fazit

Flappy Birds hat es vorgemacht, Golfy Birds zieht nach: Das Game ist äußerst simpel gehalten, Grafik und Musik könnten einfacher nicht sein. Das ist sicherlich nicht jedermanns Sache, wer sich aber auf das Game einlässt, wird schnell in eine Art Sucht verfallen. Die Levels sind kreativ gestaltet, der Schwierigkeitsgrad hat es gerade in den höheren Spielstufen durchaus in sich, ständig greift auch das das Prinzip „Selbstoptimierung“: Dieser Kurs muss doch auch in weniger Schlägen zu schaffen sein! Einige kleine Bugs trüben den Spielspaß zwar mitunter, sind aber noch zu verzeihen – und die Entwickler werden diesbezüglich sicherlich auch nachrüsten. Insgesamt also ein interessanter Flappy Birds-Ableger mit neuartigem Spielprinzip, der Fans der Geschicklichkeitsspiele mit dem kleinen Federvieh sicherlich Freude bereiten wird.

Hier der (sehr kurze) Trailer:

Golfy Birds ist kostenlos, dafür ist im Spiel Werbung integriert. Für einen kleinen Obulus von 0,65 Euro kann diese vollständig entfernt werden – fair. Das Spiel läuft ab Android 2.3 und läuft auch auf älteren Geräten wie dem Samsung Galaxy S2 problemlos.

Die App konnte im App Store nicht gefunden werden.

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