Ein neuer Trojaner macht die Runde in der Android-Welt: Als Update für Google Chrome getarnt, kapert die Malware diverse Systemfunktionen und leitet sensible Informationen an unbekannte Dritte weiter. Im Zuge der Infizierung werden sogar installierte Virenscanner deaktiviert und somit umgangen. Die einzige Lösung scheint aktuell eine komplette Neuinstallation des Betriebssystems zu sein.

 

Google Chrome

Facts 

Im Grunde ist die Verbreitungsmethode der Malware schlicht: Über an offizielle Google-Dienste erinnernde URLs wird der Nutzer dazu aufgefordert, ein angebliches Update für den Chrome-Browser zu installieren. Da sich die URLs aber regelmäßig ändern, fallen sie oftmals durchs Raster einschlägiger Filter. Die dort unachtsamen Nutzern dargebotene Datei nennt sich „Update_chrome.apk“. Nach der Installation der APK-Datei verschafft sich die Malware zunächst Administratorrechte und sucht daraufhin nach etwaigen Virenscannern. Der Trojaner ist in der Lage, unter anderem Kaspersky, ESET, Avast und Dr. Web zu finden und zu deaktivieren.

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Bankdaten und Kreditkartennummern werden erfragt

Sobald das geschehen ist, hat der Trojaner Zugriff auf ausgehende und eingehende Anrufe respektive SMS und leitet gesammelte Daten weiter. Die Malware kann einen aktiven Anruf sogar unterbrechen. Darüber hinaus wird Nutzern beim Öffnen des Play Stores eine gefälschte Seite angezeigt, wo nach Bankdaten und Kreditkartennummer gefragt wird. Bislang ist noch keine sichere Methode gefunden worden, um die Malware hinterher wieder zu entfernen. Der einzig gangbare Weg ist wie eingangs erwähnt eine Neuinstallation des Betriebssystems mit den damit verbundenen Unannehmlichkeiten.

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Dementsprechend raten wir in nächster Zeit zu erhöhter Vorsicht bei der Installation von APK-Dateien beziehungsweise verweisen auf offizielle Quellen wie den Play Store oder den Amazon App-Shop.

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Android Malware - So schützt ihr euch

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