Chrome für Android: Keine Pläne für Erweiterungen

Kaan Gürayer 3

Dank Erweiterungen kann Googles Chrome mit vielen zusätzlichen Funktionen ausgestattet werden, die der Internet-Browser von Haus aus nicht mitbringt. Die Android-Version des beliebten Browsers besitzt dieses Feature jedoch nicht – und muss zumindest vorerst weiter auf die praktischen Helferlein verzichten, wie das Entwicklerteam jetzt in einem „Ask me Anything“ auf Reddit mitteilte. Die Gründe hinter dieser Entscheidung sind vielfältig.

Chrome für Android: Keine Pläne für Erweiterungen

Es gebe derzeit „keine Pläne“ Erweiterungen auch in der Android-Version des Chrome-Browsers einzuführen, verkündete das Entwicklerteam in der Fragerunde. „Wir waren bisher nicht in der Lage, Erweiterungen auch auf Chrome für Android zu bringen, ohne die Nutzererfahrung darunter leiden zu lassen“, hieß es sinngemäß weiter. Das Statement überrascht ein wenig, denn immerhin bieten Konkurrenzprodukte wie etwa der Dolphin Browser schon seit langem Erweiterungen an. Die viel zitierte User-Experience leidet darunter jedoch nicht.

Chrome für Android: Werbeumsätze könnten sinken

Tatsächlich dürfte der wahre Grund aber wohl in einigen Erweiterungen liegen, die Google innerhalb Chrome für Android schlicht und ergreifend nicht sehen möchte, sprich: Werbeblocker. Der Suchmaschinenbetreiber generiert noch immer fast 90 Prozent seines Umsatzes durch Werbeeinnahmen. Die Auslieferung von Werbung gehört zu Googles Geschäftsmodell und hier stören natürlich Werbeblocker. Erst vor kurzem wurde bekannt, dass beim Unternehmen aus dem kalifornischen Mountain View mittlerweile mehr Suchanfragen über mobile Endgeräte eingehen als über Desktop-PCs oder Notebooks. Der mobile Werbemarkt wird also immer wichtiger, weshalb es sich Google nicht leisten kann, den gleichen Fehler wie auf dem Desktop zu wiederholen und die Auslieferung von Werbeanzeigen auf Smartphones und Tablets durch Werbeblocker blockieren zu lassen. Dass aus dieser Richtung bald Ungemach kommen könnte, zeigt bereits der Plan einiger europäischer Mobilfunkanbieter, Werbung in ihren Netzen zu blockieren. 

Chrome für Android: Windows 10 macht es vor

Aus Googles Sichtweise ist der Schritt also verständlich. Der Nutzer hingegen muss mit einer absichtlichen Funktionsbeschneidung leben, die das Fehlen von Erweiterungen mit sich bringt. Das ist insbesondere auch deshalb so beklagenswert, da Android zwar ein hevorragendes OS für Smartphones und Tablets ist – also Geräte, die mittels Finger über einen Touchscreen bedient werden. Doch auf PCs und Notebooks, die noch immer über Maus und Tastatur gesteuert werden, ziemlich alt aussieht. Hier könnten Erweiterungen und Web-Apps aushelfen, die der Chrome Web Store bietet, um aus Android ein veritables Desktop-Betriebssystem zu machen. Auf diese Weise hätten Nutzer in Zukunft ihr Android-Smartphone an einen Monitor, eine Tastatur und eine Maus hängen und anschließend ein Art „Chrome OS“ auf dem großen Bildschirm nutzen können. So, wie es ja auch Microsoft mit Windows 10 for Mobile und Continuum plant.

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Chromebook Fusion-Konzept: Android mit Chrome OS kombiniert.

Quelle: Reddit AmA, via: 9to5Google

 

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