Mit Google+ verhält es sich ein wenig wie mit Schrödingers Katze – ob der Dienst nun tot oder lebendig ist, bleibt weiterhin ein streitwürdiges Thema. Bradley Horowitz, bei Google für Streams, Fotos und Sharing verantwortlich, hat in einem Interview einen Blick hinter die Kulissen gewährt und über die Zukunft des sozialen Netzwerks sowie die Rolle des neuen Foto-Dienstes gesprochen.

 

Google Fotos

Facts 

Schon seit der Gründung des Dienstes vor dreieinhalb Jahren gab es immer wieder Stimmen, die Google+ für tot erklärten – der übermächtige Konkurrent Facebook schien das beste Argument dafür zu sein. Heute erfreut sich Google+ zwar zunehmender Beliebtheit in gewissen Nutzerkreisen, doch das allumfassende Netzwerk ist Googles Dienst noch nicht geworden. Obendrein ist mit der Veröffentlichung des separaten Foto-Dienstes ein  Kern-Feature von Google+ abgekoppelt worden. Bradley Horowitz, seines Zeichens Vice President of Streams, Photos and Sharing bei Google, hat sich in einem Interview mit Steven Levy von Backchannel über die aktuelle Situation geäußert.

Google+ lebt - und entwickelt sich weiter

Zunächst äußerte Horowitz die obligatorische Phrase, dass Google+ natürlich nicht tot sei. Vielmehr habe sich der Dienst in den letzten Jahren weiter entwickelt und mit der Abkopplung von Fotos wird das soziale Netzwerk eine ganz neue Richtung einschlagen. So soll es darum gehen, Menschen mit ähnlichen Interessen miteinander zu verbinden, etwa durch das neu eingeführte Collections-Feature. Ins Detail gehen wollte Horowitz allerdings nicht – es bleibe dem Beobachter selbst überlassen, die „Punkte zu verbinden“ und zu erkennen, welchen Weg Google+ gehen wird. Die Frage, ob man überlegt habe das „Plus“ im Namen zu entfernen, verneinte Horowitz allerdings.

Google Fotos: Wie Gmail für Bilder

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Den Sinn und Nutzen eines abgekoppelten Foto-Dienstes von Google kann man angesichts der starken Konkurrenz in Form von Apple oder Flickr sicherlich hinterfragen. Laut Horowitz soll aber vor allem die intelligente Verwaltung Google Fotos nach vorne bringen: Fotos und Bilder können beispielsweise nach Motiv oder gar den zu sehenden Personen sortiert werden, der Algorithmus funktioniert angeblich bereits sehr gut. Bislang fehlt allerdings die Möglichkeit, die Gesichter entsprechenden Nutzerprofilen zuzuordnen: Tippt man auf ein erkanntes Gesicht, so werden einem lediglich weitere Bilder mit der Person gezeigt, ohne weitere Informationen zu dieser anzugeben.

Introducing the new Google Photos

Dennoch könnten Datenschützer den Upload und das automatische Durchforsten von Bildern via Algorithmus als kritisch ansehen. Horowitz steht dem aber gelassen gegenüber: Seiner Meinung nach müsse man mit den eigenen Diensten einen ausreichenden Mehrwert anbieten, um das Vertrauen der Nutzer zu gewinnen, wie man am Beispiel von Gmail gesehen habe. Die Nutzer seien bereit, Google sensible Daten anzuvertrauen. Google Fotos soll den Nutzern gerade die Möglichkeit geben, Bilder ruhigen Gewissens in die Cloud hochladen und nur mit den gewünschten Mitmenschen teilen zu können.

Quelle: Medium, Bildquelle: Bradley Horowitz

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