Google Camera: Eigenständige Kamera-App mit vielen Verbesserungen landet im Play Store

Frank Ritter 24

Die Gerüchte haben sich bewahrheitet: Google hat seine Kamera-App in den Play Store ausgelagert. Ab sofort kann die Google Camera auf allen Geräten mit Android 4.4 heruntergeladen werden, zu diesem Anlass wurde die App generalüberholt und mit einem neuen „Lens Blur“-Effekt ausgestattet. Außerdem sind nun regelmäßigere Updates der App mit neuen Features zu erwarten.

Google hat es wieder getan: Wie schon beim Kalender, der Tastatur, dem Browser und diversen weiteren Apps wird nun auch die Kamera-App aus dem starren Update-Gefüge von Android herausgelöst und in den Play Store geworfen. Das hat diverse Konsequenzen – manche gute, aber auch eine schlechte.

  • Die Kamera-App kann regelmäßiger aktualisiert, optimiert und um neue Funktionen erweitert werden. Gerüchten zufolge könnten bald RAW-Support und ein Burst-Modus hinzukommen.
  • Google legt hier den Grundstein für ein universelles Kamera-API, das gerüchteweise in einer der kommenden Android-Versionen kommt und auch Drittanbietern die Entwicklung neuer Kamera-Apps erleichtern würde.
  • Nutzer von Nicht-Nexus-Geräten können nun auch in den Genuss der Stock Camera kommen, inklusive Features wie Photospheres und dem neuen Lens Blur-Effekt.
  • Negativ: Erfahrungsgemäß wird Google die Open Source-Kamera-App im AOSP nun nicht mehr oder kaum noch weiterentwickeln.

Mag man dazu stehen, wie man will, Google schafft Tatsachen. Und was für welche – denn die App wurde nicht als Eins-zu-Eins-Kopie in den Play Store überführt, sondern auch noch komplett überarbeitet. Machen wir uns nichts vor: Das Kamera-Interface von Stock Android bedurfte bereits seit einiger Zeit einer Überarbeitung. Die hat sie nun bekommen – und zwar zum deutlich Besseren.

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Das ganze Display fungiert als Sucher, selbst der großflächige Auslöser ist transparent.

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Mit einem Tap werden häufig genutzte Optionen angezeigt.

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Einstellungen und andere Aufnahmemodi erreicht man per Wischbewegung von links.

Wichtige Optionen verbergen sich nun nicht mehr hinter einem Kreis- oder Bogen-Menü, sondern in einzelnen Buttons mit fester Position auf dem Bildschirm. Da der maximal mögliche Ausschnitt des Displays auch als Sucher verwendet wird, wischt man die entsprechenden Menüs und Optionen von links herein. Standardmäßig sind lediglich der Auslöser und eine Option zum Aktivieren von HDR+ sichtbar. Von rechts gewischt landet man direkt in der Google+-Galerie.

Neu in der Kamera-App ist vor allem ein Lens Blur-Effekt (deutsch: „Fokuseffekt“), mit dem man ein Foto mittels Kippbewegung bei der Aufnahme mit Bokeh, also Tiefenunschärfe versehen kann – sogar bei nachträglicher Bearbeitung. Das HTC One (M8) lässt grüßen, dort klappt es aber besser. Nettes Detail: Möchte der Nutzer ein Video aufnehmen und hält dabei das Smartphone hochkant, weisen ihn kreisende Pfeile im Sucher darauf hin, dass er das Gerät doch bitte in den Landscape-Modus drehen sollte. Kampf dem Vertical Video Syndrome – danke, Google!

google-camera-vertical-video-syndrome

In einem ersten kurzen Test auf dem Samsung Galaxy S5 wusste die App bezüglich ihres Interfaces sehr zu gefallen – weniger jedoch in Sachen Geschwindigkeit, da ist die Samsung-App weiterhin deutlich voraus. Sehr wahrscheinlich kann die Google-App noch nicht von den Optimierungen Gebrauch machen, die die nativen Apps dank zusätzlicher Hardware-Beschleunigung ausnutzen können. Möglich jedoch, dass sich das in Zukunft ändert.

Die Google Camera-App ist kostenlos und kann auf allen Geräten installiert werden, die über Android 4.4 verfügen.

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Google Kamera
Entwickler: Google LLC
Preis: Kostenlos

[via Google Research @ Google+, Android @ Google+]

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