Google Kamera: Sezierte App deutet auf „Smart Burst“-Modus hin

Kaan Gürayer 4

Genau wie in der Liebe gilt auch beim Fotografieren: Nur selten klappt es direkt beim ersten Mal. Dessen ist sich auch Google bewusst, weshalb das Unternehmen offenbar die hauseigene Kamera-App mit einem neuen „Smart Burst“-Modus ausstatten wird, der immer das beste Bild auswählen soll. Darauf lassen Hinweise schließen, die in den Assets der Google Kamera-App gefunden wurden. 

Bisher setzte die Google-Kamera auf das Motto „Weniger ist mehr“ und zeichnete sich vor allem durch ein simples Interface und reduzierte Funktionsvielfalt aus. Zwar mag für viele Nutzer genau darin der Reiz liegen – da sie nicht mit einer Vielzahl an Optionen erschlagen werden, die sie ohnehin nicht nutzen. Andere hingegen werden ob der geringen Features bei der vorinstallierten Kamera-App ihres Mobilgeräts verweilen oder zu Lösungen von Drittanbietern greifen. Auf diese Nutzer hat es Google wohl mit dem neuen  „Smart Burst“-Modus abgesehen.

Hinweise im den Assets

Unsere Kollegen von Android Police haben sich wieder ihre Lupe geschnappt und sind auf Schatzsuche in der App-APK Google Kamera gegangen. Dort fanden sie mehrere Hinweise auf einen speziellen „Smart Burst“-Modus, der wohl bald in die Anwendung einziehen wird. Möglicherweise über einen Langdruck auf den Aufnahmemodus können Nutzer dann in schneller Abfolge mehrere Fotos hintereinander schießen, von denen eine Automatik anschließend das qualitativ beste auswählt. Die Sortierung übernimmt Google offenbar selbst – daher wohl auch der Name „Smart Burst“ – und wendet unterschiedliche Analysemethoden an, um aus der Vielzahl an geschossenen Aufnahmen das beste Foto zu finden.

Im ersten Schritt soll Google dazu die Fotos mit einer Reihe von Algorithmen bearbeiten, um aus den Fotos unterschiedliche Details zu messen und zu extrahieren. Anschließend werden die Fotos nach Ähnlichkeit gruppiert und erhalten einen Score. Im zweiten Schritt wendet Google die Bilderkennungssoftware an, die sich das Unternehmen 2011 durch die Übernahme von PittPatt einverleibte. Hier sollen Gesichter in den Fotos ausfindig gemacht und einzelne Merkmale in ihnen erkannt werden. Nachdem das geschehen ist, erhalten die Fotos einen finalen Score, der unter anderem die Belichtung, Mimik oder Konturschärfe ermittelt wird. Ob ein Auge versehentlich blinzelt, wird beispielsweise ebenfalls in die Wertung mit einbezogen. Ob die Identifizierung des besten Fotos lokal auf dem Gerät stattfindet oder über den Clouddienst „Google Fotos“, ist ebenfalls noch nicht bekannt.

Am Ende sollen Nutzer dann eine Auswahl der Bilder erhalten, von denen Google glaubt, dass sie am besten gelungen sind. Höchstwahrscheinlich wird es zudem Optionen geben, um die Bilder direkt zu teilen oder zu löschen. Die Möglichkeit die Bilder einzusehen, die nach Googles Meinung wenig gelungen sind, ist ebenfalls denkbar. Zudem sei es auch möglich, so Android Police, dass der neue „Smart Burst“-Modus gar nicht auf einer Abfolge von schnell geschossenen Fotos basiert, sondern auf einem Video. Da jedoch das komplette Feature noch in Entwicklung ist, lässt sich das – ohne das dünne Eis der Spekulation betreten zu wollen – an dieser Stelle nicht abschließend beurteilen.

„Smart Burst“-Modus – ein Highlight-Feature fürs neue Nexus-Modelle?

Wann der neue „Smart Burst“-Modus in die Google Kamera offiziell einziehen soll, ist noch nicht bekannt. Zwar ist Google relativ spät dran bei der Integration eines solchen Features – so bieten beispielsweise Samsung oder HTC eine ähnliche Funktion bereits seit Jahren in ihren Topmodellen. Doch da bereits in wenigen Monaten das neue Nexus-Smartphone das Licht der Welt erblicken wird, ist es durchaus möglich, dass Google sich das neue Feature für die Präsentation seines 2015er-Flaggschiffs aufbewahrt.

So oder so – wir halten euch auf dem Laufenden, sobald es neue Informationen gibt.

Entwickler: Google LLC
Preis: Kostenlos

Quelle: Android Police

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Kaan Gürayer
Kaan Gürayer, GIGA-Experte für Smartphones, Tablets und Smartwatches.

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