Google Now: Digitaler Assistent könnte in Zukunft Gespräche aufzeichnen und analysieren

Kaan Gürayer 12

Zeichnet Google Now bald unsere Gespräche auf? Sundar Pichai, Verantwortlicher für die Entwicklung von Android und Chrome, wünscht sich so eine Funktion für die Zukunft. Auf der Werbeveranstaltung „Atmosphere“ hat der Google-Manager über seine Vision gesprochen. 

Im Zuge der „Atmosphere“-Konferenz, die den Einsatz von Google-Produkten im Geschäftsumfeld bewerben soll, sprach Sundar Pichai über Googles Firmenphilosophie, die Innovationen des Konzerns und wie die meisten Google-Produkte – trotz der Tatsache, dass sie ihren Ursprung im Endkundenbereich haben – immer auch Unternehmen berühren. Als Beispiel nannte er Google Now, das seiner Meinung nach für Unternehmen extrem nützlich sein könnte, und unterstrich dies mit eigenen Erfahrungen: „Ich habe diese Situation die ganze Zeit: Wenn ich in Besprechungen mit Leuten bin, wünsche ich, dass mir Google Now auf dem Weg dorthin sagt „Das sind die jüngsten Unterhaltungen, die Sie mit dieser Person geführt haben: …“ (und diese auflistet). Dass es mir kontextbezogene Informationen gibt, die relevant sind.“

Am Arbeitsplatz könnte ein mithörender Assistent tatsächlich viele Vorteile mit sich bringen: Statt sich in Meetings ständig irgendwelche Notizen zu machen, die hinterher grundsätzlich verloren gehen oder im Mülleimer landen, könnte Google Now das Gespräch mithören, die relevanten Teile herausfiltern, sie den jeweiligen Gesprächsteilnehmern zuordnen und die Informationen anschließend – beim nächsten Treffen also – parat haben. Das würde Zeit, Nerven und vor allem Papier sparen.

Das komplette Video der „Atmosphere“-Konferenz. Der für Google Now relevante Teil beginnt ab circa 2:19:50:

Hierzulande könnte so ein Dienst, wenn er denn tatsächlich in die Realität umgesetzt wird, schwierig werden. Nach §201 des Strafgesetzbuches wird jeder mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder einer Geldstrafe bestraft, der unbefugt das „gesprochene Wort eines anderen auf einen Tonträger aufnimmt“ oder „eine so hergestellte Aufnahme gebraucht oder einem Dritten zugänglich macht.“ Die Krux ist hier das Wörtchen „unbefugt“: Sofern sich Google das Einverständnis der Gesprächsteilnehmer holt, über welche Art auch immer, wäre der Konzern respektive der Nutzer rechtlich wohl auf der sicheren Seite. Im Datenschutz-sensiblen Deutschland würde es aber wohl dennoch einen Aufschrei und Vergleiche mit der NSA und/oder der Stasi geben.

Bisher ist das alles aber ohnehin nur Zukunftsmusik – denn auch wenn die Vision direkt aus dem Munde von Android- und Chrome-Chef Sundar Pichai stammt, bedeutet das nicht zwangsläufig, dass Google die Intention hat, so eine Funktion auch umzusetzen. Von den technischen Hürden – damit so ein System auch einen praktischen Nutzen hat, müsste es eine Spracherkennung nahe der Perfektion geben – ganz zu schweigen. Dennoch ist es interessant zu sehen, über was bei Google so nachgedacht wird und wohin die Reise vielleicht in Zukunft gehen könnte.

Was sagt ihr zur Vision Sundar Pichais? Praktisches Feature oder doch etwas gruselig? Eure Meinungen bitte in die Kommentare.

Quelle: heise 

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