Google Play Dienste: App-Teardown enthüllt Unterstützung für Android Wear, mögliche Hinweise auf Android Silver

Lukas Funk 1

Gestern haben wir die neuen Funktionen der Google Play Dienste-App in Version 4.4 vorgestellt, heute zeigt uns ein Teardown, welche Features uns in Zukunft erwarten: Unterstützung für die Koppelung mit Android Wear, eine mögliche Hangouts-Schnittstelle und ein neuer Update-Mechanismus, der auf den kolportierten Nexus-Nachfolger Android Silver hindeuten könnte.

Google Play Dienste: App-Teardown enthüllt Unterstützung für Android Wear, mögliche Hinweise auf Android Silver

Seit dem gestrigen Update der Google Play Dienste können Smartphones unterscheiden, ob ihr Besitzer geht oder läuft, Drittanbieter können auf Google Street View zugreifen und mobile Gamer In-App-Käufe an mehrere Empfänger verschenken. Dass die Aktualisierung im Hintergrund aber noch viel größere Änderungen vorbereitet, verrät ein Blick in die APK-Datei.

google-play-services-neue-berechtigungen

Die Google Play Dienste fordern neue Berechtigungen.

Schon bei der Installation wird klar, dass die Google Play Dienste eine ganze Reihe neuer Berechtigungen einfordern, was auf einen kommenden Ausbau des Funktionsumfangs hindeutet. Zudem führt das Update zwei völlig neue Berechtigungen ein, die nur von Google Apps genutzt werden können (protectionLevel:Signature):

Weitere Einträge im Android-Manifest zeigen eine möglicherweise geplante Kamera-API und Features für Bluetooth Low Energy:

<uses-feature android:name=“android.hardware.camera.autofocus“ android:required=“false“/>
<uses-feature android:name=“android.hardware.camera.flash“ android:required=“false“/>
<uses-library android:name=“com.google.android.ble“ android:required=“false“/>

Android Wear

Da im kommenden Monat mit der LG G Watch die erste Smartwatch mit Android Wear erscheinen wird, überrascht es nicht, dass Google die Unterstützung dieser neuen Generation von Wearables langsam ins Rollen bringt. Im Gegensatz zu Google Glass, das eine eigene App zur Kopplung mit dem Smartphone benötigt, wird der Support für Android Wear über die Play Dienste-App gewährleistet. Eine ganze Reihe an Strings und Einträgen in der Manifest-Datei zeigen, dass so alle Androiden ab Version 4.3 – derzeit immerhin 17 Prozent der von Google lizenzierten Geräte – ohne Zutun des Nutzers vollständig Android Wear-kompatibel werden. Wie mit älteren Geräten ohne Benachrichtigungs-API umgegangen werden wird, bleibt eine spannende Frage.

Mögliche Hangouts-API

Wie Google Maps könnten auch Hangouts bald in Anwendungen von Drittentwicklern integriert werden. Einige Strings und Einträge im Android-Manifest zeigen Bestätigungen und Fehlermeldungen, die bei der Authentifizierung und Nutzung von Hangouts in einer anderen App erscheinen könnten:

<string name=“missed_voice_chat_message_no_wifi“>“%1$s tried to start a voice chat with you while you weren’t connected to Wi-Fi.“</string>
<string name=“missed_voice_chat_notification“>You missed a voice chat invite</string>
<string name=“missed_voice_chat_notification_no_wifi“>“You missed a voice chat invite because you weren’t connected to Wi-Fi.“</string>

Neues Berechtigungssystem

Einige Strings beziehen sich auf Berechtigungen, die nicht unter den gängigen Android-Berechtigungen zu finden sind, sondern in externen Google-Apps und Services. Möglicherweise werden Anwendungen von Drittanbietern zukünftig auf diese zugreifen können, nachdem ihnen vom Nutzer die Erlaubnis erteilt wurde – Android Police vergleicht dies mit der Anfrage von root-Apps an SuperSU oder Superuser.

<string name=“permdesc_googleAuth_print“>Allows apps to sign in to Google Book Search using the account(s) stored on this Android device.</string>
<string name=“permdesc_googleAuth_sierra“>Allows apps to sign in to Google Checkout (and potentially make purchases) using the account(s) stored on this Android device.</string>
<string name=“permdesc_googleAuth_sierraqa“>Allows apps to sign in to Google Checkout QA using the account(s) stored on this Android device.</string>

Display per Chromecast übertragen

google-quick-settings-chromecast

Das Chromecast-Icon zur Übertragung des Bildschirminhalts ist bei einigen Nutzern jetzt schon sichtbar, aber ohne Funktion.

Dass wir früher oder später den Inhalt unserer Smartphone-Displays kabellos an den Chromecast übertragen werden können, ist schon länger bekannt, doch lässt das Feature bislang auf sich warten. Dass Google weiterhin daran arbeitet, verraten nun einige neue Einträge in der Play Servie-App:

<string name=“cast_display_description_extension“>(beta feature)</string>
<service android:exported=“true“ android:name=“com.google.android.gms.cast_mirroring.CastMirroringService“ android:process=“com.google.android.gms.cm“>
<intent-filter>
<action android:name=“com.google.android.gms.cast_mirroring.service.START“/>
<category android:name=“android.intent.category.DEFAULT“/>
</intent-filter>
</service>

Neuer Update-Mechanismus

google-play-services-updater

Dass der Update-Bildschirm der Play Dienste-App keineswegs nur eine Abkürzung zum Update-Bildschrim des Systems ist zeigt dieser Screenshot.

Nicht zuletzt enthält die Google Play Dienste-App einen eigenen Update-Mechanismus, der dem Android-eigenen gleicht. Dieser scheint zwar noch nicht aktiv zu sein, lässt sich mit einem kleinen Trick aber dennoch aufrufen: Ist das Smartphone oder Tablet per USB mit dem Rechner verbunden, das USB-Debugging aktiv und auf dem Rechner ADB verfügbar, startet der Update-Mechanismus über folgenden Konsolenbefehl:

adb shell am start -n com.google.android.gms/.update.SystemUpdateActivity

Dass Updates zukünftig nicht mehr von der Firmware sondern von den Google Play Diensten abhängig sind, kann mehrere Gründe haben: Zunächst sind so Änderungen am Update-System möglich, ohne die Firmware selbst zu verändern. Vorbereitende Mini-Updates, die bisher gängige Methode, könnten so entfallen. Außerdem ist es so möglich, den Nutzer per Push-Benachrichtigung auf ein Update hinzuweisen, ohne dass das System beim Server anfragen muss. Update-Faule Nutzer könnten so schneller zu sicherheitskritischen Updates bewegt werden.

Eventuell sogar könnte das Update über die Google Play Dienste ein integraler Bestandteil des kolportierten Android Silver-Programms sein, das im kommenden Jahr Nexus und Google Play Editions ablösen soll. Unabhängig von der vom Hersteller installierten Firmware könnte Google Updates über die Play Dienste-App direkt ausrollen.

Wer das Update gestern noch nicht installiert hat, kann es unter folgendem Link herunterladen. Es ersetzt die bisher installierte Instanz und sollte zukünftige automatische Aktualisierungen nicht beeinträchtigen.

Download: Google Play Dienste 4.4 (APK, 15,7 MB)

Google Play Dienste 4.4 (APK, 15,7 MB) qr code

Quelle: Android Police

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