Google entfernt Taliban-App aus dem Play Store

Oliver Janko

Google hat abermals eine App aus dem Play Store entfernt – aus gutem Grund allerdings: Die „Alemarah“ getaufte Anwendung stand im Verdacht, Botschaften der Taliban zu verbreiten. Hasspredigten sind laut der App-Richtlinien von Google verboten. Experten zufolge nutzen immer mehr Terrororganisationen das Internet und Social Media, um ihre Propaganda zu verbreiten. 

Google entfernt Taliban-App aus dem Play Store

Die gute Nachricht: Google ist ohnehin auf der Hut, lange konnte sich die App nicht im Play Store halten. Kurz nach der Entdeckung war „Alemarah“ auch schon wieder Geschichte. Die schlechte Nachricht: In den Untiefen des Play Stores ist es alles andere als schwierig, derartige Instrumentalisierungs-Werkzeuge immer wieder zu platzieren – ob tatsächlich alle gefährlichen Anwendungen umgehend entdeckt werden, ist auf jeden Fall fraglich.

Bei „Alemarah“ handelte es sich durchaus um eine gefährliche Sache: Die App verbreitete Verlautbarungen und Videos der afghanischen Terrormiliz, allesamt in Paschtunisch verfasst. Diese Sprache wird vor allem in Afghanistan und Pakistan gesprochen, dort ist auch die Zielgruppe der Propaganda ansässig. Was genau die Taliban mit der App bezwecken wollten, lässt sich im Nachhinein nur schwer feststellen – offenbar war die Anwendung aber ein Teil der Rivalität zwischen den Taliban und dem sogenannten Islamischen Staat. Das behauptet zumindest der Islamismus-Forscher Tore Hamming gegenüber den Kollegen des Guardian, die den Fall auch publik machten.

Terrorismus auch im Internet

Google selbst äußerte sich übrigens nicht zur Angelegenheit, die App wurde ohne viel Aufsehen beseitigt. Dass die verschiedenen Terrororganisation schon lange auch das Internet für sich entdeckt haben, ist kein Geheimnis mehr. Egal ob auf YouTube, Telegram, Twitter oder Facebook – die gängigsten Plattformen werden mittlerweile allesamt auch vom IS, den Taliban und Co. verwendet. Ende 2015 tauchten sogar Meldungen auf, wonach die Terroristen über die PS4 miteinander in Kontakt treten würden. Umso wichtiger also, dass Google derart schnell gehandelt hat.

Quelle: The Guardian, via Heise

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