Google Play Store: Jüngstes Update sorgt für laxere Handhabung von App-Berechtigungen

Oliver Janko 30

Der Play Store hat kürzlich ein kleines Update erhalten, das allerdings nicht überall gut ankommt: Google hat nämlich an der Anzeige der Berechtigungen geschraubt, ab sofort werden nicht mehr sämtliche Berechtigungen einzeln, sondern in zusammenfassenden Gruppen angezeigt. Im Gegensatz zu früher können nun auch Apps automatisch aktualisiert werden, die neue Berechtigungen einfordern – möglicherweise ein Sicherheitsrisiko.

Google Play Store: Jüngstes Update sorgt für laxere Handhabung von App-Berechtigungen

Mit der Play Store-Version 4.8.20 halten einige Änderungen Einzug: Neben der Nachrüstung von PayPal als Zahlungsmittel ändert Google auch die Berechtigungs-Anzeige. Bislang wurden sämtliche Zugriffe, die eine Anwendung forderten, einzeln in einer Liste angezeigt – was der Übersichtlichkeit sicherlich nicht zugute kam, dafür aber alle wichtigen Berechtigungen offen anzeigte. Dem ist nun nicht mehr so: In der neuen Version werden die Berechtigungen in Übergruppen zusammengefasst, mittels eines Drop Down-Pfeils können dann die detaillierten Zugriffsanfragen angesehen werden.

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Laut Google wurde „die Darstellung der Berechtigungen im Play Store verbessert“. Eine Meinung, die nicht alle teilen, vor allem, weil einige Berechtigungen gar nicht mehr angezeigt werden und zusätzliche Rechte bei einem etwaigen Update der App ebenfalls nicht mehr separat freigegeben werden müssen – da bereits die Übergruppe akzeptiert wurde. Das heißt, Entwickler könnten im Zuge eines Updates Zugriffserfordernisse implementieren, die der Nutzer unter Umständen gar nicht freigegeben hätte: Ist die Kategorie, in die die Berechtigung eingeteilt wird, freigegeben, wird ohne weiteres Nachfragen das Update durchgeführt.

Konkret bedeutet das beispielsweise, dass eine App, für die man bei der Installation der Berechtigung zum Lesen von SMS-Nachrichten zugestimmt hat, automatisch aktualisiert wird und fortan auch SMS senden kann – SMS senden und empfangen sind schließlich Teil derselben Berechtigungsgruppe (hier aufgeschlüsselt). Gar nicht mehr angezeigt wird zudem die Berechtigung „uneingeschränkter Internetzugriff“, da laut Google ohnehin praktisch alle Apps auf das Internet zugreifen und man etwaige schwarze Schafe schon vor dem Einstellen im Play Store auf Missbrauch überprüfe.

Um mögliche anfallende Updates – und damit eventuelle neue Berechtigungen – immer im Blick zu haben, können Nutzer die automatischen Updates in den Einstellungen der Play Store-App deaktivieren. Das erhöht zwar zwar die Sicherheit, geht allerdings natürlich auch mit einem Komfortverlust einher.

Kleiner Lichtblick: Ganz unten bei den jeweiligen App-Einträgen findet der Nutzer nun zusätzliche Informationen, die die Versionsnummer, die Dateigröße, eine Einstufung des Inhaltes (Jugendfreigabe) und einen Link zu einer Detailseite mit den Berechtigungen anzeigen.

Dennoch: Ein gewagter Schritt von Google, der durchaus auf Skepsis trifft – etwa beim Sicherheitsexperten Stefan Gofferjé, der die neue Berechtigungs-Handhabung im Play Store hart kritisiert.

Wie steht ihr dem Play Store-Update gegenüber? Achtet ihr auf die geforderten Berechtigungen oder vertraut ihr Google beziehungsweise die Entwickler der Apps, die ihr installiert? Beachtet ihr die neuen Berechtigungsgruppen aufgrund der besseren Übersicht jetzt sogar mehr als das alte System? Eure Meinungen in die Kommentare.

Quelle: Google [via heise.de]

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