Iran: Zugang zu kostenlosen Apps im Google Play Store

Frank Ritter 6

Seitdem Hassan Rohani zum Präsidenten des Iran gewählt wurde, befindet sich der vormals international größtenteils isolierte Staat auf Tauwetterkurs mit dem Westen. Das zeigt sich im Großen – etwa bei der geplanten Wiederaufnahme der Gespräche über das iranische Atomprogramm – wie im Kleinen: So können die Iraner nun Apps auf ihre Smartphones über den Google Play Store laden.

Der populistische Hardliner Mahmud Ahmadinedschad ist weg, seit Anfang August richten sich die Hoffnungen der progressiven Kräfte im Iran auf dessen als gemäßigt geltenden Nachfolger Rohani, der bereits vor Amtsantritt angekündigt hatte, die Atomgespräche wiederaufzunehmen und das Land gegenüber dem Westen zu öffnen. Dass das angesichts der überwiegend erzkonservativen Mullahs als eigentliche Machthaber im Iran höchstens in kleinen Schritten geht, liegt auf der Hand.

Ein solcher kleiner Schritt wurde nun unternommen: Google darf und will im Iran Android-Apps über den Play Store anbieten – zumindest kostenlose. Das hat Google mit einem lapidaren Posting über den Android Developers-Account bei Google+ bekanntgegeben, in dem kurze Zeit darauf dutzendweise Dankesbekundungen von Iranern als Kommentare eingingen – neben der Aufforderung, auch bezahlte Apps zuzulassen und andere Google-Dienste zu öffnen.

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Kostenlose und reduzierte Android-Apps zum Wochenende

Auch wenn YouTube und die reguläre Google-Suche nach wie vor gesperrt bleiben, kann die Relevanz dieser Nachricht für den Iran gar nicht hoch genug eingeschätzt werden: Eine solche Entwicklung wäre unter Ahmadinedschad, der beispielsweise umfassende Internetfilter und -Sperren implementiert hat, undenkbar gewesen. Nun scheint sich das zu ändern und das hoffentlich andauernde Tauwetter im Iran wird auf fruchtbaren Boden treffen — die im Durchschnitt sehr junge und zu einem Großteil westlich orientierte Bevölkerung des Irans gilt als Technologie- und Internet-affin. Entsprechend dürften Apps über Google Play auch im Iran schnell an Verbreitung gewinnen. Prima Sache, Google, dasselbe jetzt bitte noch in Nordkorea.

Entwickler, die ihre Apps im Iran zur Verfügung stellen wollen, müssen das Land spezifisch in der Developer-Konsole im Punkt „Pricing & Availability“ freischalten.

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Quelle: Android Developers @ G+ [via Android Community]
Bildquelle Iran-Karte: Wikimedia Commons

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