Play Store: Android-Apps nähern sich Profitabilität von iOS-Anwendungen an

Kaan Gürayer 3

Ein gemeiner Geizkragen, der sich zwar ein 600 Euro teures Smartphone anschafft, dann aber beim App-Kauf knausert und lieber kostenlose Apps und Spiele herunterlädt – so wurde bisher das Bild des typischen Android-Nutzers gezeichnet. Dass dieses Klischee wohl längst nicht mehr zutrifft, zeigt jetzt eine Analyse des auf Spiele-Marketing spezialisierten Unternehmens DAU-UP.

Dazu haben sich die Experten von DAU-UP den Umsatz pro Nutzer angesehen, den Spiele auf Android generieren. Lag dieser Anfang 2014 bei gerade mal 20 Prozent des Wertes, den Nutzer auf iOS erzielt haben, stieg er in den vergangenen 12 Monaten stetig an und lag im Dezember 2014 bei 65 Prozent. Zugegeben, das ist noch immer weniger als auf der Apple-Plattform und auch große Spiele-Schmieden wie die Monument Valley-Entwickler von ustwo haben bereits die schlechte Zahlungsmoral von Android-Nutzern kritisiert, doch der Trend ist eindeutig positiv und spricht hier eine eindeutige Sprache. Zudem seien die Marketing-Kosten auf Android im Schnitt zwischen 20 und 50 Prozent geringer als auf iOS. Wird dies mitberücksichtigt, sind Android-Spiele laut DAU-UP faktisch genauso profitabel wie ihre iOS-Pendants.

Allerdings muss einschränkend hingefügt werden, dass es sich bei den Zahlen ausschließlich um Spiele handelt. Mit 10 Millionen Spielern, die hauptsächlich aus Europa und Nordamerika kommen, sollte die Datengrundlage aber ausreichend groß sein, um einen allgemeinen Trend ableiten zu können.  „Nachdem Android unter Entwicklern jahrelang das ungeliebte Stiefkind war, könnte die Plattform nun ihren Cinderella-Moment erleben. Spiele-Entwickler konzentrieren sich mehr und mehr auf Android, um das rasante Wachstum der Plattform zu bedienen“, meint Idan Nizri, seines Zeichens DAU-UP-Chef. Laut Nizri würden sogar immer mehr Spiele-Entwickler eine „Android-First“-Strategie verfolgen, sprich: Ein Game zuerst auf Android zu veröffentlichen und erst später auf anderen Plattformen.

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Google Play Store auf Wachstumskurs

Tatsächlich hat Googles Software-Marktplatz eine atemberaubende Erfolgsgeschichte hinter sich: Nachdem der Suchmaschinenbetreiber 2012 den ehemaligen „Android Market“ in „Play Store“ umtaufte, wurde er Stück für Stück ausgebaut und beinhaltet heute nicht nur Apps und Spiele, sondern auch Filme, Bücher, Zeitschriften und Musik. Mitte 2013 erreichte der Play Store erstmals mehr Downloads als Apples App Store. Dieses Wachstum setzte sich auch im vergangenen Jahr unverändert fort.

Quelle: Business Insider

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