Taschenlampen-App verkauft ungefragt Daten von Millionen Nutzern

Steffen Pochanke 13

Eine App ist mit zwei Klicks installiert. Welche Rechte man der App gewährt und ob diese überhaupt notwendig sind, ist schnell überlesen. Was passieren kann, wenn Apps unnötige Rechte einfordern, zeigt sich jetzt am Beispiel Brightest Taschenlampe.

Taschenlampen-App verkauft ungefragt Daten von Millionen Nutzern

Abgesehen vom schlecht eingedeutschten Namen sollten spätestens die Berechtigungen, die Brightest Taschenlampe fordert, stutzig machen: ungefährer und genauer Standort, WLAN-Verbindungen abrufen, USB-Speicherinhalte ändern und mehr haben eigentlich nichts in einer App zu suchen, die nicht mehr macht, als alle Lichter des Geräts zu aktivieren.

Viele Installationen, viele Daten, viel Geld

Nichtsdestotrotz ist die Anwendung mit zwischen 50 und 100 Millionen Installation unglaublich erfolgreich. Diesen Erfolg nutzten die Programmierer aus und verkauften Standortdaten inklusive eindeutiger Gerätekennung an werbetreibende Unternehmen.

Jetzt könnte man natürlich sagen, dass Nutzer anhand der Berechtigungen mit so etwas rechnen müssten. Das ist zwar korrekt, aber das eigentliche Problem ist etwas komplexer: So steht nämlich in den AGB, dass der Entwickler die Daten nicht verkaufe, was offensichtlich nicht stimmt. Zusätzlich beginnt die App bereits mit dem Sammeln von Daten, bevor der Nutzer den AGB zugestimmt oder diese abgelehnt hat. Und schlussendlich gibt es in der App eine Option, um das Sammeln der Daten zu deaktivieren. Diese tut aber effektiv gar nichts und hindert die App überhaupt nicht daran, personenbezogene Daten direkt an Werbetreibende weiterzugeben.

Das Problem ist also nicht, was die App macht, sondern wie sie es macht. Dem Nutzer wird suggeriert, die Kontrolle über die eigenen Daten zu haben. In Wahrheit sammelt die App aber ungefragt und unkontrolliert Daten. Das Resultat ist nun, dass die amerikanische Behörde FTC den Entwickler GoldenShores Technologies aufgefordert hat, die eigene App so anzupassen, dass der Nutzer weiß, was mit den eigenen Daten geschieht. Außerdem müssen alle gespeicherten Nutzerdaten gelöscht werden.

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Auf Berechtigungen achten, Alternativen suchen

Machen wir uns nichts vor, Brightest Taschenlampe ist nur eines von vielen Negativbeispielen im Play Store. Dort finden sich unzählige Apps, die unnötige Berechtigungen fordern und unter Umständen sehr freizügig mit diesen umgehen. Wer um die eigene Privatsphäre besorgt ist, sollte sich also nicht unbedingt auf Apps mit vielen Downloads und guten Bewertungen (Brightest Taschenlampe hat ein Rating von 4,8) verlassen, sondern sich überlegen, ob Funktion und Berechtigungen zusammenpassen. Glücklicherweise bietet der Play Store bei vielen Apps zahlreiche Alternativprogramme an, von denen sicherlich der ein oder andere Entwickler keine missbräuchlichen Absichten hegt.

Quellen: FTCFast Company via Androidnext

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