Freemium-Apps: Ich mag euch nicht! (Kommentar + Abstimmung)

Kamal Nicholas 3

Ja, ich habe tatsächlich solche Gefühle gegenüber dem beliebten Freemium-Modell und rege mich auch gerne immer mal wieder darüber auf. So auch im folgenden Kommentar

Freemium-Apps: Ich mag euch nicht! (Kommentar + Abstimmung)

Als ich ein Kind und Jugendlicher war, haben wir uns Spiele für unsere Gameboys, Super Nintendos & Co. gekauft. Gerade im Bereich der Handhelds war die Auswahl im Gegensatz zu heute ziemlich übersichtlich. Natürlich gibt es diese (zum Glück) auch immer noch. Mit Smartphones und Tablets haben sich im Laufe der Zeit allerdings immer mehr Spiele und damit auch neue Bezahlmodelle entwickelt, mit deren Hilfe sich Geld machen lässt. Dabei gibt es drei wesentliche Konzepte:

  1. Kostenlos und werbefinanziert
  2. Kostenpflichtig
  3. Freemium: Kostenlose App mit kostenpflichtigen Inhalten

Und wie der Titel schon sagt, ist mir letzteres Modell ein echter Dorn im Auge.

Freemium-Apps: Warum ich sie nicht mag

Es ist wahr: Auch ich spiele Freemium-Spiele. Bei dem Großteil vergeht mir aber nach kürzester Zeit die Lust, da ich mich  zu sehr über dieses Konzept aufrege. Das einzige Freemium-Spiel, das ich trotz dieser Abneigung immer noch spiele, ist Family Guy Mission Sachensuche. Und das auch nur deshalb, weil der Humor genau meine Welt ist und es sich auch so ganz gut ohne den Einsatz von Echtgeld spielen lässt.

Das ist bei vielen Spielen aber anders. Eines der weiterhin populärsten Spiele für Mobilfunkgeräte ist Candy Crush Saga. Generell ist der Entwickler king.com aber sehr gut darin, seine Spiele ordentlich zu vermarkten.

Das Konzept dieser Spiele: Am Anfang ist es oftmals ziemlich einfach und sorgt dafür, dass man „angefixt“ wird. Innerhalb relativ kurzer Zeit wird die ganze Sache dann aber sehr schwierig ohne den Zukauf von (oftmals sehr teuren) Hilfsmittel. Extra-Leben, extra Power-Ups usw., all das lassen die Entwickler sich gut bezahlen.

Natürlich verstehe ich die Anbieter solcher Apps, da sie damit einfach jede Menge Umsatz machen. Bereits Ende 2013 wurden im Play Store 98% des Umsatzes mit Freemium-Apps erwirtschaftet, bei iOS waren es 92%. Im September des vergangenen Jahres machte eine Infografik die Runde, die sehr interessante Zahlen enthielt. Unter anderem ging daraus hervor, dass king.com (der Entwickler hinter Candy Crush Saga) am Tag etwa 632.867 Euro mit dem Spiel macht.

Interessant ist dabei allerdings auch, dass nur ein extrem geringer Teil der Spieler tatsächlich für diesen Umsatz verantwortlich ist, wie ihr hier nachlesen könnt.

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Freemium: Mein Wunsch nach einer Alternative

Was mich an dem Freemium-Modell stört ist nicht etwa, dass ich Geld für etwas ausgeben muss. Ganz im Gegenteil: Ich finde, die Arbeit der Entwickler & Co. muss wie jede andere Arbeit auch belohnt/entlohnt werden. Was mich an dem Freemium-Zeug aber nervt ist, dass kein Ende des Geld-Ausgebens für diese Spiele in Aussicht steht. Stattdessen kommen immer mal wieder Updates, die neue Charaktere und Features bringen, für die dann auch wieder (verhältnismäßig viel) Geld ausgegeben werden muss, wenn man diese nutzen will.

Mein bestes Beispiel ist derzeit das bereits erwähnte Family Guy Mission Sachensuche, bei dem ich eigentlich ganz gerne auch die Sondercharaktere und Gebäude sammeln würde, dies aber ohne den Kauf der dortigen In-Game-Währung (Muscheln) einfach nicht möglich.

Ein Beispiel: Ein neues Gebäude oder ein Sondercharakter kostet schnell mal 200 Muscheln und mehr. Pro Tag kann man in dem Spiel etwa etwa Muschel auf normale Art sammeln, dazu kommen ein paar Sonderaktionen, die einem auch eine Handvoll Muscheln bescheren. Seitdem ich das Spiel spiele (seit Mitte April) habe ich alles in allem vielleicht 250 Muscheln gesammelt.

So, und dann kommt nun ein zeitlich limitiertes Sonder-Update, bei dem ein paar Sachen einfach mal 500 Muscheln kosten. Also müsste ich mir Muscheln kaufen, da ich bis zum Ende dieser Aktion niemals genug sammeln könnte. 600 Muscheln kosten 14,43 Euro, oder ich hole mir den besten Deal (3.500 Muscheln für 72,18 Euro). Habt ihr sie noch alle?

family-guy-freemium

Warum kann man ein Spiel wie dieses und viele andere im Play Store nicht einfach zu einem Festpreis anbieten, zu dem man dann auch dann einfach alle Inhalte zur Verfügung gestellt bekommt? Ja, die Antwort lautet: „Weil das weniger Geld macht!“. Dass ich das weiß macht es aber nicht besser.

Bei einigen Spielen (wie etwa Candy Crush Saga) gibt es glücklicherweise gute Alternativen, bei Spielen wie Family Guy oder Simpsons Springfield ist das leider nicht ganz so einfach. Naja, glücklicherweise sind das ja aber auch nur First World Problems. Ärgern tut es mich aber trotzdem.

Artikelbild: whatmobile.net

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