Health-App im iOS 9: Endlich auch mit Zykluskalender

Florian Matthey

Die Health-App im iOS soll zentral alle Gesundheitsdaten sammeln. Dabei fehlt aber eine wichtige Funktion für die Hälfte aller iPhone-Kunden: Ein Menstruations-/Zykluskalender. Diese wird allerdings Teil des iOS 9 sein.

Tech Crunch hebt hervor, dass ein Zykluskalender und weitere Funktionen bezüglich der Reproduktionsgesundheit bislang die vielleicht wichtigste Lücke in der Health-App des iOS waren. Das sei angesichts dessen, dass nur 30 Prozent aller Apple-Mitarbeiter und nur 20 Prozent aller Apple-Entwickler Frauen seien. Auch in Apples Top-Management ist mit Angela Ahrendts nur eine Frau vertreten; lange Zeit arbeiteten auf dieser Ebene nur Männer.

Bei der Keynote zur WWDC waren erstmals seit langem mehrere Apple-Mitarbeiterinnen auf der Bühne, um neue Funktionen vorzustellen. Ein Feature des iOS 9 hat Apple an dieser Stelle allerdings nicht benannt: Die Erweiterung der Health-App für Frauen.

iPhone-Bentzerinnen können ab Herbst also erstmals mit der Apple-eigenen App ihre Menstruationszyklus-Daten eingeben und nachverfolgen. Hinzu kommt, dass sich über die Programmierschnittstelle HealthKit auch weitere Daten einlesen lassen: Die Basaltemperatur, Zervikalschleim-Qualität, Ovulation, Menstruationsstärke, Schmierblutung und Sexualaktivität. Damit lässt sich die Health-App auch für natürliche Verhütungsmethoden und für Kinderwünsche verwenden.

Apple kümmert sich also jetzt auch um die Gesundheitsbelange von Frauen - mit Verspätung, die sich vielleicht tatsächlich durch die „Männerdominanz“ im Unternehmen erklären lässt. CEO Tim Cook scheint Apple-intern allgemein um mehr Diversität bemüht zu sein: In einem Interview mit Mashable kurz vor der WWDC erklärte er, dass die Welt mehr weibliche Vorbilder brauche, zu denen junge Frauen und Mädchen aufsehen können.

Apple verstärke seine Bemühungen in diesem Bereich und wolle stärker auf Schülerinnen und Studentinnen zugehen und stärker mit Universitäten zusammenarbeiten. Für mehr Diversität soll auch sorgen, dass Apples Stipendienprogramm jetzt offener für ältere Leute werde.

Zu den Kommentaren

Kommentare zu dieser News

* Werbung