Smart Home: Warum Apple von der Konkurrenz abgehängt wird

Sebastian Trepesch 6

Es steht nicht gut um HomeKit und smartes Zubehör für das Apple-Universum. Warum das so ist, konnte man auf der IFA hinter vorgehaltener Hand erfahren.

Smart Home: Warum Apple von der Konkurrenz abgehängt wird

Alexa, Alexa, Alexa & Google Home – so viele auf der IFA präsentierten Produkte werben mit der Integration der Sprachassistenten. Alles braucht einen Sprachassistenten. Alles braucht eine Anbindung an ein smartes System. Am besten gleich an mehrere Systeme. Die Verpackungen tragen die Logos von Google Assistant und Amazon Alexa – aber was ist mit Apples HomeKit?

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26x Zubehör für iPhone und Mac: Das bringt die IFA an Besonderheiten.

Die Unternehmen, die ihre Produkte an die Smart-Home-Schnittstelle von Apple anbinden wollen, klagen über Apple. Die HomeKit-Integration sei kompliziert, dauere lange und man wisse während des Zertifizierungsprozesses durch Apple nicht, was eigentlich Sache ist. Da haben die Firmen ihre Produkte teilweise schon lange fertig, würden sie gerne veröffentlichen, doch die Freigabe von Apple lässt auf sich warten. Status: Unbekannt. So etwas haben wir nicht von einem, sondern mehreren Herstellern gehört. Öffentlich kommunizieren dürfen sie die Probleme natürlich nicht. Denn zu den Vereinbarungen mit Apple zählen Geheimhaltungsverpflichtungen, zudem will es sich natürlich niemand mit dem Konzern aus Cupertino verscherzen.

Die bestehenden Probleme sind in der Branche dennoch kein Geheimnis. Manche Hersteller ersparen sich deshalb von vornherein die HomeKit-Zertifizierung. Eine Notwendigkeit bestehe sowieso nicht: Die Apple-Lösung wird als eine Nische angesehen. Android ist wesentlich verbreiteter als iOS und Ansteuermöglichkeiten bei Apple unbefriedigend (HomePod!). Kompatible Zubehörprodukte gibt es vergleichsweise wenige, was das ganze System zu unbedeutend macht, um ernst genommen zu werden.

Apple hat sich selbst ins Aus manövriert

Das ist schade, denn Apple hatte 2014 einen frühen und gut konzipierten Start hingelegt. Die Sicherheit stand immer im Vordergrund – genau das war eine große (aber berechtigte) Herausforderung für die Zubehörhersteller. Amazon gestaltete es simpler und punktete mit den smarten Lautsprechern. Die Echos kamen früh auf den Markt und wurden intensiv weiterentwickelt.

Apple HomePod vs. Google Home vs. Amazon Echo.

Im letzten Jahr kündigte Apple an, die HomeKit-Anbindung zu erleichtern: Als Alternative zur Hardware-Lösung mit Apple-Chip können die Zubehörhersteller nun auch auf eine Software-Integration zurückgreifen. Das dürfte HomeKit zu deutlich mehr Popularität verhelfen, dachte wir. Doch offensichtlich ist das (noch) nicht der Fall. Vor allem die langwierige Zertifizierung mit ungewissem Ausgang schreckt die Hersteller weiterhin ab. Und die Möglichkeiten sind beschränkt. Apple Musik und Siri auf dem Lautsprecher eines Fremdherstellers? Nicht denkbar.

Apple hält das HomeKit-System somit immer noch unnötig klein und damit unattraktiv. Ändert sich daran nicht bald etwas Grundlegendes, wird HomeKit nicht nur unbedeutend bleiben, sondern früher oder später in der Versenkung verschwinden.

Alexa übernimmt.

Setzt ihr iPhone-Besitzer schon jetzt auf Google Home und Amazon Echo mit Alexa, oder hat HomeKit bei euch noch eine Chance?

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Hinweis: Die in diesem Artikel geäußerten Meinungen stellen ausschließlich die Ansichten des Autors dar und sind nicht notwendigerweise Standpunkt der gesamten GIGA-Redaktion.

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