Hyperlapse: Microsoft macht Zeitraffer-Videos mit neuem Algorithmus absolut flüssig

Tuan Le 7

Zeitraffer-Videos sind ein beliebtes Mittel, um eigentlich recht langweilige und vor allen Dingen langwierige Prozesse oder Aktivitäten optisch sehenswert aufzubereiten. Wer allerdings seinen Spaziergang durch die Innenstadt mit Google Glass aufzeichnen und dann via Timelapse nachbearbeiten wollte, erhielt bislang aufgrund der ständigen Bewegung der Kamera ein ziemlich verwackeltes Resultat. Ein neuer Algorithmus aus dem Hause Microsoft Research soll hier Abhilfe schaffen und für erheblich flüssigere Zeitraffer-Aufnahmen sorgen.

Wieder einmal könnte ein Algorithmus die Welt ein kleines bisschen besser machen - gerade für diejenigen, die gerne im Urlaub oder vielleicht für einen Vlog im Alltag das eine oder andere Timelapse-Video drehen möchten. Die vermutlich einfachste Art und Weise, aus einem regulären Video ein Zeitraffer-Video zu machen, ist das Anzeigen von nur jedem zehnten Frame. Dadurch werden allerdings logischerweise 90 Prozent aller Frames ausgelassen, was bei statischer oder sehr langsamer Kameraführung vielleicht nicht negativ auffällt. Bei eher instabiler Kameraführung, wie sie etwa durch die Verwendung einer GoPro oder Google Glass gegeben ist, werden die Zeitraffer-Aufnahmen durch die ständigen Sprünge jedoch schnell zu einer ziemlichen Zumutung für den Beobachter. Eine Erhöhung der Framerate ist hingegen technisch nur sehr begrenzt möglich.

Von Microsoft Research gibt es nun Fortschritte in der Entwicklung: Mithilfe eines neuen Algorithmus werden bei Zeitrafferaufnahmen sämtliche Frames zur Berechnung eines neuen, flüssigen Videos herangezogen. Hierzu wird ein stabiler Pfad ganz ohne Verwackler für die Kameraführung berechnet – bewegt sich die Kamera selbst etwa in einem ständigen Zickzack, verarbeitet der Algorithmus dies zu einem glatten Slalom. Entsprechend dazu muss aber natürlich auch das Bild passen, sodass der Pfad ausgehend vom ursprünglichen Video so gewählt wird, dass sich aus den gegebenen Frames wieder ein einigermaßen realistisches Bild aus der neuen Perspektive errechnen lässt. Einzelne Frames sehen dadurch zwar etwas verzerrt aus, das Video wirkt durch den Algorithmus jedoch um Welten flüssiger. Die genaue Technologie hinter dem so genannten Hyperlapse wird im Folgenden Video erklärt:

Im Moment arbeitet man bereits an einem Programm für Windows, welches beliebige Videos in fließende Zeitrafferaufnahmen umwandeln können soll. Begrüßenswert ist die Entwicklung auf jeden Fall, sicherlich könnten neben Aufnahmen mit der GoPro oder Google Glass auch verwackelte Smartphone-Videos von der Technologie profitieren.

Was sagt ihr zu dem neuen Algorithmus? Ist für euch das Drehen von Zeitraffer-Videos mit Wearables oder Smartphones überhaupt interessant? Eure Meinung dazu unten in die Kommentare.

Quelle: Microsoft Research [via Mobile Geeks]

Zu den Kommentaren

Kommentare zu dieser News

* Werbung