iBooks-Pricing illegal: Apple muss 450 Mio. Dollar Strafe zahlen

Ansgar Warner 2

Jetzt steht das Urteil fest: Apple hat beim iBooks-Start illegale Preisabsprachen mit den großen US-Verlagen getroffen. Das wird teuer - das Unternehmen muss eine Millionenstrafe zahlen und die geprellten Kunden entschädigen.

iBooks-Pricing illegal: Apple muss 450 Mio. Dollar Strafe zahlen

Wenn Apple den Content verschenkt, gibt’s Ärger, siehe Apple Music und den Streit mit Indie-Bands. Verkauft Apple den Content zu teuer, gibt’s aber auch Ärger. Bestes Beispiel ist das juristische Tauziehen um die E-Book-Preise im iBooks-Store. Nach mehreren Jahren steht nun ein endgültiges Urteil fest: Steve Jobs scheinbar genialer Pricing-Deal mit den Big Five der US-Verlage gilt als illegale Preisabsprache, urteilte ein Berufungsgericht in Manhattan.

Um gegen den Branchenprimus Amazon und dessen Rabatt-Angebote bestehen zu können, hatte Apple ganz einfach die Spielregeln der Branche geändert. Statt als Gatekeeper die Buchpreise festzulegen („Wholesale-Modell“) erlaubte man den Verlagen, selbst Endpreise zu bestimmen, die über dem Schwellenpreis von 9,99 Dollar lagen („Agency-Modell“). Allerdings nur unter einer Voraussetzung: die Publisher mussten es beim Vertrieb über Amazon genauso machen.

Das brachte nicht nur Amazon-Chef Jeff Bezos auf die Palme, auch das US-Justizministerium war „not amused“ und verklagte Apple. Denn Steve Jobs Strategie hatte zunächst Erfolg, die E-Books wurden teurer, und die Leser mussten deutlich mehr Geld ausgeben. Einen Teil davon könnten sie nun zurückbekommen. Denn von den 450 Millionen Dollar Strafe, die Apple bereits akzeptiert hat, sollen 400 Millionen als Entschädigung an die geprellten Kunden gezahlt werden.

Für die Verbraucherzufriedenheit ein großer Schritt, für Apple eher ein kleiner, immerhin hortet das Unternehmen derzeit Bargeldreserven von 200 Milliarden Dollar, und damit übrigens 20 mal mehr als Amazon. Was nicht heißt, dass Amazon wettbewerbsfreundlicher wäre: der US-Marktführer im Online-Buchhandel wird ebenfalls der Kartellbildung verdächtigt, nicht nur auf dem Heimatmarkt, sondern aktuell auch in Europa.

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