Instagram: Neue Richtlinien bedeuten Ende für inoffizielle Feed-Reader

Holger Eilhard 1

Der beliebte Foto-Sharing-Dienst Instagram hat baldige Änderungen an den Bedingungen für inoffizielle Apps angekündigt. Insbesondere Apps, die den eigenen Foto-Feed anzeigen, sind hiervon betroffen.

Instagram: Neue Richtlinien bedeuten Ende für inoffizielle Feed-Reader

Wer bislang seinen Instagram-Feed beispielsweise mit Hilfe von Apps wie Retro, Flow oder Padgram auf einem iPad genießt, muss sich ab dem 1. Juni 2016 mit einer aufgeblasenen iPhone-App oder der Webseite der Facebook-Tochter auseinandersetzen. Ab dann wird Instagram den Zugang zu den dafür notwendigen Programmierschnittstellen (API) beenden und damit derartige Apps zum Anzeigen des Feeds unbrauchbar machen (via TechCrunch).

Laut Instagram betrifft dies aber nicht viele Nutzer. So soll die beliebteste App dieser Art lediglich 2 Millionen Anwender haben. Instagram selbst hat 400 Millionen Nutzer. Dass Instagram durch diese Anpassung ausschließlich seine Einnahmen durch die Einblendung von Werbung im Feed erhöhen will, ist also eher unwahrscheinlich.

Die Änderungen betreffen aber auch andere Arten von Anwendungen. Dienste, die etwa das automatische Folgen oder Kommentieren ermöglichen, wird Instagram ebenfalls aussperren.

Anwendungen, die hingegen das Bearbeiten von Fotos und das darauffolgende Teilen auf Instagram erlauben, wird das Foto-Netzwerk ebensowenig eingrenzen, wie Apps, die die eigenen Fotos (nicht aber den Feed) anzeigen, zum Beispiel Tinder. Hierzu gehören auch Dienste, die es ermöglichen, die eigenen Fotos auf externen Plattformen beispielsweise als Profil-Foto anzuzeigen.

Der aktuelle Zeitplan sieht wie folgt aus: Neue Anwendungen, die Zugriff auf die Instagram-API anfordern, werden ab sofort nicht länger akzeptiert.

Ab dem 3. Dezember 2015 startet Instagram einen Review-Prozess für neue Apps, ähnlich wie es Apple beim App Store macht. Nur Apps, die den Richtlinien entsprechen werden zugelassen.

Ab dem 1. Juni 2016 müssen alle, also alte und neue, Apps den Richtlinien entsprechen und den Review-Prozess bestanden haben.

Um es den externen Entwicklern zu ermöglichen ihre Apps zu testen, wird Instagram eine Sandbox, also eine Test-Umgebung, mit vollständigem API-Zugriff anbieten.

Die Änderungen treffen insbesondere die Entwickler der Apps, die ihren Lebensunterhalt mit Apps auf Plattformen verdient haben, auf denen Instagram nativ nicht vorhanden ist – also beispielsweise iPad, Mac oder Windows. Die Anwender dieser Plattformen können immerhin auf die Web-Version von Instagram zurückgreifen.

Durch diese Änderungen verspricht sich Instagram in Zukunft einen besseren Support der unterstützten Features, ohne sich zu viele Gedanken über externe Apps machen zu müssen, die möglicherweise bei Änderungen am Feed nicht länger korrekt funktionieren.

Weitere Informationen zu den Änderungen für die Entwickler hält Instagram in seiner Dokumentation bereit.

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