Peace-App ruht in Frieden: Apple entschädigt alle Käufer des zurückgezogenen Ad-Blockers

Ansgar Warner 7

Peace hieß der erfolgreichste Ad-Blocker für iOS 9, und der kurzlebigste: nach 2 Tagen war Schluss. Apple erstattet jetzt allen Nutzern den Kaufpreis – in der App-Store-Geschichte gab’s das bisher fast nie.

Peace-App ruht in Frieden:  Apple entschädigt alle Käufer des zurückgezogenen Ad-Blockers

Mit Peace wollte Entwickler Marco Arment den mobilen Safari-Anwendern auf iPhone und iPad ein bisschen Frieden schenken: der Ad-Blocker nutzte beim Filtern unerwünschter Werbeeinblendungen und fieser Tracking-Skripte die schlanke Ghostery-Datenbank, was zu besonders kurzen Ladezeiten führte. Das Content Blocking de Luxe hatte nicht nur viele Tester überzeugt, sondern auch die rasant wachsende Zahl normaler iOS 9-Nutzer.

In kurzer Zeit schoss Peace vorbei an anderen beliebten Ad-Blockern wie Crystal oder Purify direkt auf Platz Eins der App-Store-Charts. Für Marco Arment eine große Überraschung, um nicht zu sagen, ein Schock, obwohl der Mitgründer von Tumblr und Erfinder von Instapaper erfolgreiche Launches eigentlich gewohnt sein sollte. Diesmal hatte Arment aber kein gutes Gefühl – und er zog die App am letzten Wochenende zurück.

„Ad-Blocker haben einen Haken: sie nützen zwar einer ganzen Menge Leute, sie schaden aber auch einigen, einschließlich solchen Leuten, die es nun wirklich nicht verdient haben“, schrieb Arment auf seinem Blog. Peace behandle alle Werbung gleich, obwohl eigentlich ein „nuancierterer, komplexerer“ Ansatz notwendig wäre, wenn man das Web insgesamt zum Positiven verändern wolle. Ein einfache iOS-App wie Peace könne das aber nicht leisten.

Viele enttäuschte App-Käufer ließen sich die Kaufsumme in den folgenden Tagen erstatten, mehr als 13.000 individuelle Refunds gab es inzwischen. In einem äußerst ungewöhnlichen Schritt kündigte dann Apple an, grundsätzlich allen Käufern von Peace den Kaufpreis automatisch zu erstatten. Das ist nicht zuletzt gut für den Seelenfrieden des Entwicklers: Arment hatte schon darüber nachgedacht, die verbleibenden Einnahmen einer Charity-Organisation zu spenden.

Zu den Kommentaren

Kommentare zu dieser News

Weitere Themen

* Werbung