Miitomo: Nintendos erste Smartphone-App in der Vorschau

Marvin Fuhrmann 4

Nintendo startet im März mit seiner kostenlosen Smartphone-App namens Miitomo. Können die ersten Schritte des Entertainment-Riesen auf iOS und Android gut gehen? Wir haben Nintendo besucht, die App genauer unter die Lupe genommen und verraten in der Vorschau, was euch noch diesen Monat auf euren Telefonen erwartet.

Miitomo - Launch Trailer.

Frankfurt am Main, leichte Sturmböen. Die Frisur sitzt erwartungsgemäß dezent schief. Und dennoch gehe ich mit einem Grinsen durch die Straßen. Mein Weg führt mich heute zu den Menschen, die einen Großteil meiner Kindheit mitbestimmt haben: Nintendo. Doch weder Luigi noch Mario ziehen mich in das Büroviertel der Stadt. Es ist eine kleine Smartphone-App namens Miitomo.

Miitomo: Die Funktionen in der Vorschau

Der Begriff Miitomo, der sich aus dem drolligen Namen der Nintendo-Avatare und dem japanischen Wort für Freunde (tomo) zusammensetzt, steht hier für Nintendos Ansatz eines hauseigenen Social-Media-Hubs. Und in den wenigen Stunden des Events hat es diese App geschafft, ein Dutzend gestandene Erwachsene wieder zurück in Kinder zu verwandeln, die unablässig in ihr Smartphone grinsen.

Aber was genau macht man denn jetzt eigentlich bei Miitomo?

Zu Beginn nutzt ihr den eigenen Mii, um euch in Miitomo einzuloggen. Solltet ihr, so wie ich, noch keinen Nintendo-Avatar besitzen, erstellt ihr diesen innerhalb der App in wenigen Minuten. Das läuft genau so ab, wie auch auf einem 3DS oder der Wii U - mit zusätzlichen Schiebereglern für Stimme und Charaktereigenschaften des Miis. Dadurch kann das kleine Männchen die Texte der App vorlesen (ähnlich wie ein Navigationsgerät oder der treue Google-Übersetzer) und bekommt seine eigenen vier Wände, die zum Profil passen.

Ist die Mii-Figur erstellt, beginnt die wilde Hatz auf neue Freunde. Denn ohne andere Nutzer funktioniert selbst der beste Social-Media-Kanal nicht. Bei dem Event wurden die Anfragen so getauscht, wie einst Pokémon-Karten auf dem Schulhof: Ich will sie alle haben! Natürlich lassen sich die Anfragen später in der Praxis auch einfach per Twitter oder Facebook verschicken. Wesentlich schneller geht das aber von Angesicht zu Angesicht.

Miitomo soll aber keine App für „Freunde“ sein, die ihr nur flüchtig kennt. Ihr solltet lieber ganz genau auswählen, wen ihr hinzufügen möchtet, denn hier stehen die Leute im Fokus, denen ihr alles erzählen könnt.

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Habt ihr eure Freunde versammelt? Gut, dann beginnt nämlich der hauptsächliche Teil von Miitomo. Dazu beantwortet ihr einfache Fragen wie: „Bei welchem Film hast du zuletzt richtig geweint?“ oder „Was ist dein absolutes Lieblingsessen?“ und schon gehen die Antworten an eure Freunde. „Wusstest du, dass Artur zuletzt bei The Green Mile geheult hat?“ (Anmerkung des Verfassers: Wer bei diesem Film keine Tränchen verdrückt, ist ein herzloser Stein). Genau wie bei den großen Vorbildern Facebook und Twitter werden die Aussagen nun geliked, kommentiert und geteilt, was das Zeug hält.

Für jeden abgegebenen Kommentar gibt’s Miitomo-Münzen, die ihr im Shop gegen abgefahrene Outfits einlösen dürft. In der kostenlosen App sollen diese aber auch gegen Mikrotransaktionen, also Echtgeld, angeboten werden. Wer jetzt laut Abzocke brüllt, liegt daneben. Es macht - wie bei den meisten Free-2-Play-Spielen, deutlich mehr Spaß, die Münzen mit Aktionen zu verdienen. Haufenweise Kommentare schreiben und dafür mit Kleidung entlohnt werden? Ich fordere sowas auch für das echte Leben, damit unsere Facebook-Existenz endlich einen größeren Sinn verfolgt!

Die akquirierten Outfits dürfen dann stilsicher im passenden Bilder-Modus der Miitomo-App präsentiert und an Freunde weitergeleitet werden. Im Übrigen funktioniert das auch mit der Kamera eures Smartphones. Foto schießen, Mii-Freunde einfügen und mit allen teilen. Das hat schon in der Vorabversion für einige sehr absurde Fotos und anschließende Lacher gesorgt.

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Zusätzlich zum Kommentieren und Bewerten dürft ihr die Ingame-Währung auch noch im Minispiel „Mii über Kopf“ verdienen. Die Kombination aus Pachinko (ein japanischer Glücksspielautomat) und Flipper bringt u.a. zahlreiche Klamotten für die Mii-Figuren, die es nur dort zu holen gibt. Die Kombination all dieser enthaltenen Elemente motiviert enorm. Fragen beantworten, Kommentare schreiben und die Münzen im Shop ausgeben.

Aber macht Miitomo jetzt auch wirklich Spaß?

Am Ende bleibt die Frage: Macht Miitomo Spaß? Lass es mich so ausdrücken: Bei der App-Frage „Was hast du in letzter Zeit Tolles erlebt„, haben gefühlte 120 Prozent der Anwesenden „Miitomo“ geantwortet. Miitomo ist Instagram, Twitter und Facebook mit dem berühmten Nintendo-Charme und der Extra-Liebe zum Detail.

Miis reagieren auf eure Eingaben, lassen sich für witzige Bilder in Pose schieben und machen die Interaktion über das soziale Netzwerk lebendiger. Ich kann nur jedem Nintendo-Jünger (und solchen, die es werden wollen) empfehlen, einen Blick darauf zu werfen, wenn Miitomo noch in diesem Monat für Android und iOS bei uns erscheint. Bereits jetzt ist es möglich,sich auf der offiziellen Seite vorab für die Nutzung anzumelden. Sobald die App an den Start geht, bekommst ihr dadurch eine sofortige Benachrichtigung.

Mehr Miitomo? Hier kommt noch eine prall gefüllte Bildergalerie mit Screenshots aus der App:

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