Shazam lauscht mit: Mikro der Mac-App bleibt immer an [Update: Fix angekündigt]

Stefan Bubeck 3

Ein Sicherheitsforscher hat festgestellt, dass die Mac-App des populären Musikerkennungsdienstes Shazam die Aufnahme weiterlaufen lässt, obwohl man das Mikro deaktiviert hat. Für Shazam ist das kein Bug, sondern ein Feature.

Shazam lauscht mit: Mikro der Mac-App bleibt immer an [Update: Fix angekündigt]

Update: Shazam hat ein Update angekündigt, dass das angesprochene Problem beheben soll. „Obwohl wir das nicht als ernsthafte Gefahr betrachten, werden wir unsere Mac-App in den nächsten Tagen updaten,“ so James A. Pearson, VP Global Communications von Shazam.

Originalartikel:

Mac-Sicherheitsforscher und ehemaliger NSA-Hacker Patrick Wardle hat sich die Shazam-App für macOS genauer angeschaut und machte eine unangenehme Entdeckung: Das interne Mikrophon des Macs bleibt eingeschaltet, obwohl der Schalter bei Shazam auf OFF gestellt wurde. Der per Email kontaktierte Shazam-Support bestätigze die Feststellung Wardles und versprach, sich um die Angelegenheit zu kümmern.

Das Mikro ist aus – aber nur laut der App

Wardle nutzte die Monitoring-App Oversight, die sämtliche Mikro- und Kameraaktivitäten des Macs überwacht. So sollen unerlaubte Zugriffe – etwa durch Malware – aufgedeckt werden. Als Wardle Shazam in der Menüleiste deaktiviert hat, meldete Oversight seltsamerweise nicht die Deaktivierung des Mikrofons. War es etwa immer noch aktiv? Der Sicherheitsforscher wurde stutzig und ging der Sache auf den Grund.

Er fand heraus, dass Shazam tatsächlich permanent auf „Aufnahme“ gestellt ist und über das interne Mac-Mikrofon mitlauscht. Erst wenn man die App komplett beendet („Exit“), wird auch das Mic ausgeschaltet.

Mikro immer an: Eine bessere Nutzererfahrung?

Shazams Kommunikationschef James Pearson hat sich gegenüber den Kollegen von Motherboard zu der Sache geäußert und verteidigt die „Funktion“ der App: „Wenn das Mikrofon immer aus wäre, bräuchte die App länger zum Initialisieren des Mikrofons und dem Zwischenspeichern von Audiodaten, was zu einer schlechteren Nutzererfahrung führen könnte, indem Nutzer ein Stück verpassen, das sie zu identifizieren versuchen.“ Shazam versichert, dass die aufgenommenen Daten weder gespeichert noch verarbeitet würden.

Auch Wardle hat sich an den Shazam-Support gewendet und die Antwort bekommen, man werde sich der Angelegenheit in einem „zukünftigen Update“ annehmen. Wem das nicht geheuer ist, muss wohl vorerst auf den Einsatz von Shazam verzichten. Vielleicht hilft auch das Abkleben des Mikros (und der Webcam), wie es sogar das FBI empfiehlt.

Shazam
Preis: Kostenlos

Quellen: Engadget, Objective-See

Test: MacBook Pro 13 Zoll von 2016.

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