IT-Journalist Mossberg fragt sich: Warum ist Siri so dumm?

Florian Matthey 17

Tim Cook betont, dass er Siri für einen wichtigen Baustein für die Zukunft hält. Der Apple eigentlich nahestehende Journalist Walt Mossberg attestiert dem Unternehmen aber einen großen Rückstand zur Konkurrenz – und fragt sich, warum Siri „so dumm“ ist.

IT-Journalist Mossberg fragt sich: Warum ist Siri so dumm?
Bildquelle: Apple.

Siri war einst seiner Zeit voraus

In einem Beitrag für The Verge erklärt Walt Mossberg, dass Apple mit Siri einst einen Vorsprung zur Konkurrenz hatte, der sich jetzt aber in einen großen Rückstand verwandelt hat. Mossberg berichtet, dass er an der ersten Präsentation von Siri im Jahr 2009 teilnahm, als es noch eine eigenständige App war. Die Siri-Gründer haben Apple mittlerweile wieder verlassen und einen neuen Nachfolger namens „Viv“ gegründet, den Samsung kürzlich übernommen hat. Sie verließen Apple, weil sie die Strategie des Unternehmens für Siri zu eingeschränkt fanden.

Mossberg erklärt, dass er von Siri einst begeistert war, es aber jetzt schon Jahre zurückliege, dass der Spracherkennungs-Assistent ihn mit einer überraschend guten Antwort erfreut habe. Eigentlich tauge der Assistent meist nur dafür, Anrufe zu tätigen, Nachrichten zu schicken und nach dem Wetter zu fragen. Apple werbe in jüngerer Vergangenheit damit, dass sich über HomeKit mit Siri Haushaltsgeräte wie Beleuchtungen steuern lassen – das komme aber nur sehr wenigen Benutzern zugute.

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Heute: Google und Co. mit großem Vorsprung

Als Beispiele für Siris „Dummheit“ nennt Mossberg einige Test-Anfragen, die er Siri jüngst stellte: Er wollte wissen, wer die wichtigsten Kandidaten für die US-Präsidentschaftswahl sind und wann ihre Debatten stattfinden würden, wann die Emmy-Verleihung sei und wann die World Series beginnen würde. Hierauf gab Siri keine vernünftigen Antworten. Auf die Frage, wie das Wetter in „Crete“ (englisch für „Kreta“) sei, zeigte Siri das Wetter für den Ort Crete im US-Bundesstaat Illinois an. Google Now hätte alle diese Fragen richtig beantwortet – und mit Google Asisstant gäbe es mittlerweile einen noch besseren Assistenten von Google.

Darauf angesprochen, warum Siri auf solche Fragen nicht richtig antworte, erklärte Apple dem Journalisten, dass solche Anfragen einfach sehr selten seien und sich Apple deshalb auf die für die meisten Benutzer wichtigeren Anfragen konzentriere. Mossberg vermutet aber, dass diese Anfragen bei Siri eben deshalb so selten sind, weil Benutzer von dem Assistenten – zu Recht – keine vernünftigen Antworten erwarten. Immerhin werbe Apple auf der eigenen Website damit, dass Siri dem Benutzer das Geburtsdatum von Abraham Lincoln mitteilen kann.

Mossberg ärgert sich außerdem darüber, dass Siri mit Daten, die über iCloud auf verschiedenen Geräten zu finden sind, nicht gut zurecht kommt: Das Mac-Siri behauptete als Reaktion auf die Frage, wie lange Mossberg zur Arbeit brauchen würde, dass es seine Büro-Adresse nicht kenne. Dabei sei die in den Kontakten hinterlegt, so dass die Antwort auf dem iPhone richtig gewesen sei. Auf dem iPad konnte Siri keine Termine anzeigen, obwohl es auf dem iPhone funktionierte. Die Suche nach eigenen Bildern aus York in England brachte Bilder aus Yorktown in Virginia – obwohl Siri die Anfrage selbst richtig verstanden hatte.

Persönliche Assistenten als wichtige Zukunftstechnologie

All das ist vor allem angesichts dessen überraschend, dass Apple selbst Siri für einen wichtige Zukunftstechnologie hält: Tim Cook erklärte kürzlich, dass ein Smartphone in Zukunft immer mehr zum persönlichen Assistenten in Alltagssituationen werden solle. Auch bringt Apple Siri auf immer weitere Geräte – erst aufs iPhone, dann aufs iPad, dann aufs Apple TV und schließlich auf den Mac. Das iPhone-Headset AirPods soll auch durch die einfache Siri-Aktivierung überzeugen. Und schließlich ist Siri seit Jahren in zahlreichen iPhone-Werbespots zu sehen.

Apple reagiert auf Mossbergs Kritik

Mossberg ist zwar ein unabhängiger Journalist – allerdings einer, der Apple meist recht wohlgesonnen ist. Das Unternehmen zitiert Mossberg gerne, einst sogar in einem Werbespot. Apples früherer CEO Steve Jobs erklärte Mossberg einst zum „Freund Apples“, und kürzlich erklärte Mossberg über Facebook, dass er Jobs vermisse. Dass seine Worte ein gewisses Gewicht bei Apple haben, zeigt auch der Vorlauf zu seinem jüngsten Artikel: Als er Apple via Twitter mit einigen von Siris falschen Antworten konfrontierte, stellte Apple prompt sicher, dass Siri fortan richtig antwortet. Aber eben nur diese spezifischen Fragen, nicht eine solche Art an Fragen im Allgemeinen.

Quelle: The Verge

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