Apple verfolgt weiterhin die Strategie, bestimmte Aufgaben durch spezialisierte Chips erledigen zu lassen. Das Unternehmen arbeitet laut Bloomberg an einer „Neural Engine“, die Aufgaben im Bereich künstlicher Intelligenz übernehmen soll.

 

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Es wäre nicht der erste Chip dieser Art: In den AirPods und Beats-Drahtlos-Kopfhörern arbeitet der Drahtlos-Chip Apple W1, die Touch Bar im MacBook Pro befeuert der ARM-Chip Apple T1. Auch in Zukunft soll es weitere ARM-Chips in MacBooks geben, die dann die „Power Nap“-Aufgaben des Rechners im Ruhezustand übernehmen.

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Diese Chips bieten dadurch, dass sie „abgeschirmt“ arbeiten, mehr Sicherheit. Vor allem sorgt die Spezialisierung auf eine Aufgabe aber auch für einen geringeren Stromverbrauch. Eben das soll auch die Idee hinter der „Neural Engine“ sein, an der Apple laut Bloomberg arbeitet: Der Chip soll ausschließlich für Aufgaben der Verarbeitung von Daten mit künstlicher Intelligenz zum Einsatz kommen, also beispielsweise für Sprach- und Gesichtserkennung. Der Hauptprozessor des iPhone, iPad oder Mac wäre entlastet, während der Neural-Engine-Chip dank seiner Spezialisierung die Aufgabe effizienter erfüllen könnte.

Apple ist nicht das erste Unternehmen, das auf diese Idee kommt: Auch Qualcomms Snapdragon-Chips verfügen über ein separates Modul für AI-Aufgaben, erst heute morgen hat das Unternehmen die neuen Cortex-A75 und -A55 mit Unterstützung von künstlicher Intelligenz angekündigt. Google hat wiederum eine Tensor Processing Unit entwickelt, die für maschinelles Lernen zum Einsatz kommt – allerdings in der Cloud, also in Googles Rechenzentren, und nicht im Gerät selbst.

Wann Apple die „Neural Engine“ erstmals in ein fertiges Gerät integrieren wird, ist noch nicht bekannt. Für den Siri-Lautsprecher, den Apple nächste Woche zum Start der WWDC vorstellen könnte, wäre der Chip nicht unbedingt notwendig, da es bei diesem Gerät nicht so sehr auf den Stromverbrauch ankommen wird. Allerdings könnte Apple den Chip auf diesem Wege im großen Stil testen.

Quelle: Bloomberg