Siri-Macher arbeiten an intelligenterem Assistenten „Viv“

Florian Matthey

Siri ist keine Apple-Erfindung – der Spracherkennungs-Assistent war zunächst eine eigenständige App, die Apple 2010 übernommen und ins iOS integriert hatte. Jetzt arbeiten die Siri-Gründer an einem neuen Assistenten, der deutlich intelligenter sein soll.

Die Washington Post hat sich mit den Siri-Gründern Dag Kittlaus und Adam Cheyer über ihr neues Projekt „Viv“ unterhalten. „Viv“ soll eine ähnliche Funktionalität bieten wie Siri, aber wesentlich „intelligenter“ sein – und stärker mit anderen Apps zusammen arbeiten.

Das Besondere an Viv ist, dass der virtuelle Assistent mehrere Anfragen auf einmal verarbeiten kann: So soll es dem Benutzer beispielsweise möglich sein, Viv aufzufordern, Kino-Karten zu kaufen und auch einen Tisch für ein Abendessen am selben Tag zu reservieren. Viv soll diese Anfrage nicht nur verstehen können, sondern gleichzeitig auch intelligent weitere Entscheidungen treffen: Für den Film sucht der Assistent das günstigste Angebot heraus und bietet Alternativen an, wenn es keine Plätze mehr geben sollte; dasselbe gilt für Tische im Restaurant.

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Mit Siri wären solche Anfragen zwar auch möglich, allerdings müsste der Benutzer mehrere Befehle eingeben und mehrmals mit dem Assistenten hin und her kommunizieren. Die große Zahl an Aufgaben soll Viv vor allem dadurch bewältigen können, dass die Software von Anfang an dafür gestaltet ist, mit verschiedenen Anbietern wie Uber, Florist One, SeatGuru, ZocDoc, Domino’s und Gruhub zusammen zu arbeiten. Bisher sei es noch nicht möglich, einem Assistenten in einem Satz zu sagen, das man „eine Kino-Karte, eine Flasche Wein und dazu ein paar Blumen“ haben möchte, erklärt der Grubhub-CEO Matt Maloney, der offenbar viel von Viv hält. Grubhub bietet Kunden die Möglichkeit, Essen bei zahlreichen Restaurants zu bestellen.

Ob die Geschichte von Viv ähnlich verläuft wie die von Siri, bleibt abzuwarten – oft übernehmen größere Unternehmen entsprechende Startups, um die Technologie in ihre Produkte zu integrieren, wie es Apple mit der ersten Erfindung von Kittlaus und Cheyer gemacht hat. Facebook und Google sollen bei den beiden bereits angeklopft haben. Allerdings erklären sie, dass ihr Ziel ist, Viv auf möglichst vielen Plattformen mit Anbindung an möglichst viele Dienste zu ermöglichen – weshalb eine erneute Übernahme durch Apple wohl nicht in Frage kommt.

Mit Siri scheint Apple übrigens schon eine andere Richtung eingeschlagen zu haben, als sich das die Erfinder ursprünglich gedacht haben: Den Deal mit Apple schlossen sie seinerzeit noch mit Steve Jobs, der „einige Ideen für die ersten Version“ hatte, „und die passten nicht unbedingt zu all dem, was wir gemacht haben“. Kittlaus verließ Apple ein Jahr nach der Übernahme wieder, Cheyer und ein Drittel des ursprünglichen Siri-Teams folgten ihm einige Zeit später.

Lustige Siri Sprüche.

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