Siri und die NSA: Das vermeintliche Rätsel der Islam-Frage

Flavio Trillo 13

Neuerdings kursieren Videos durch die Weiten des Internet, die angeblich verschwörerische Anwandlungen des iPhone belegen. Bei der Frage nach „Islam“ verlangt Siri nach Ortungsdaten des Anwenders. Aber was ist dran an der NSA-Theorie? (Spoiler-Alarm: Nichts).

Siri und die NSA: Das vermeintliche Rätsel der Islam-Frage

Auf seinem Youtube-Kanal zeigt Tobias Huch eindrucksvoll, wie Siri Anfragen nach verschiedenen Religionen bei deaktivierten Ortungsdiensten handhabt. Die Eingaben „Christentum“ und „Buddhismus“ werden jeweils mit passenden Wikipedia-Seiten quittiert.

siri-religionen-islam-ortungsdienste

Gibt man Siri aber auf, nach „Islam“ zu suchen, bittet der sprachgesteuerte Assistent in iOS 7 um die Aktivierung der Ortungsdienste. Das wirkt auf den ersten Blick verstörend. Auf den zweiten jedoch eher harmlos.

Zunächst ein Blick auf andere, „verfänglichere“ Suchanfragen. Weder, „Kalaschnikow“, noch „Plastiksprengstoff“ wecken ähnlich neugierige Reaktionen bei Siri. Dabei sollte man meinen, dass die Suche nach gefährlichen Waffen verdächtiger sei, als die nach einer der größten Weltreligionen.

siri-kalaschnikow-plastiksprengstoff

In Wahrheit ist jedoch keine der Suchen so verdächtig, dass sie so offensichtlich von Siri nur mit Ortungsinformationen verknüpft beantwortet wird. Das zeigt vor allem das Experiment, Siri bei aktivierten Ortungsdiensten nach „Islam“ suchen zu lassen.

Das Ergebnis: Eine Anzeige nahegelegener Moscheen. Offenbar ein Interpretationsfehler seitens iOS 7. Schließlich liefert die englische Siri-Stimme bei der gleichen Anfrage anstandslos die Wikipedia-Seite zum Islam. Auch bei deaktivierten Ortungsdiensten.

siri-islam-englisch-moschee

Es besteht also, zumindest in solch offensichtlicher Form, kein Grund zu großer Sorge. Damit soll aber nicht den Enthüllungen Edward Snowdens zu den Überwachungstätigkeiten der Geheimdienste die Brisanz genommen werden. Ganz so stümperhaft, wie wegen dieses kleinen Fehler vermutet, gehen sie dabei jedenfalls nicht vor.

(via webmagazin.de)

Zu den Kommentaren

Kommentare zu dieser News

* Werbung