Der Sprachassistent Siri sorgte mit dem Start des iPhone 4s für viel Aufsehen. Doch für die Erfinder war Siri nur ein Kapitel einer viel größeren Geschichte: Eine intelligente Spracherkennung, die verschiedenste Datensätze miteinander verknüpfen kann.

Bevor Apple Siri in das iPhone 4s integrierte, stand der Sprachassistent als eigenständige App im App Store zur Verfügung. Im Jahr 2009 übernahm Apple die Anwendung und ihre Entwickler. Satte 200 Millionen Dollar war Apple dieser Deal wert. Zwei Jahre später erschien dann Siri erstmals als hauseigene App auf dem iPhone 4s.

Das ehemalige Siri-Team hat Apple nun wieder verlassen, um auf eigene Faust an einer Spracherkennungssoftware weiterzuarbeiten. Mit dem amerikanischen Magazin Wired sprachen sie über ihr neues Projekt Viv und wie es sich von Siri unterscheiden soll.

Das Problem an ihrem alten Projekt war, dass Siri nur die Dinge konnte, für die es auch explizit programmiert wurde. So kann die Spracherkennung zwar den Terminkalender überprüfen und mittels Open Table nach einem freien Tisch im Restaurant fragen. Aber sie kann nicht nach einem Tisch am nächsten freien Termin fragen, also beide Funktionen miteinander verknüpfen.

Das wollen Dag Kitlaus, Adam Cheyer und Chris Brigham von Viv Labs besser machen und eine Software entwickeln, die verschiedene Daten intelligent miteinander verknüpft. Um dies zu erreichen, muss Viv mit so vielen Daten wie möglich gefüttert werden und Schnittstellen zu anderen Plattformen besitzen.

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Viv sucht sich die wichtigen Parameter selbst heraus

Als Beispiel, wie Viv zukünftig funktionieren könnte, geben die Entwickler folgendes schöne Beispiel für einen komplizierteren Befehl: „Buch mir einen Flug nach Dallas mit einem Sitz, dass sogar Shaq (Shaquille O’Neal, ein bekannter und vor allem großer Basketballspieler) reinpassen würde“. Daraufhin sucht sich das Programm die wichtigsten Parameter des Kommandos heraus und handelt auf eigene Initiative. Viv durchsucht also die gängigen Plattformen wie Kayak und Co. sowie die NBA-Datenbank. Aus diesen Daten findet das Programm dann einen Flug mit genügend Beinfreiheit.

Für die Zukunft stellen sich die Macher vor, Viv nicht nur für bestimmte Geräte oder Angebote zur Verfügung zu stellen. Die Anwendung könnte sowohl in Smartphones, Fernsehern, Autos oder auch Webseiten zum Einsatz kommen. Das Projekt steckt allerdings noch in den Kinderschuhen, sodass es noch keine Prognose gibt, wann Viv tatsächlich einsatzbereit sein wird.

Den ausführlichen Bericht findet ihr auf wired.com.