Siri wird schlauer: Spracherkennung von VocalIQ nicht nur fürs Auto

Holger Eilhard

Ende 2015 wurde bekannt, dass Apple das Unternehmen VocalIQ übernommen hatte. Die dabei gewonnene Technologie soll deutliche Verbesserungen von Siri mit sich bringen und könnte so auch den angeblichen Echo-Konkurrenten ermöglichen.

Anfang Oktober vergangenen Jahres wurde bekannt, dass Apple das britische Spezialisten-Team von VocalIQ geschluckt hatte. Ging man bislang aufgrund der früheren Kooperationen des Unternehmens mit der Automobilbranche davon aus, dass es sich bei Apples Plänen primär um eine Integration in das eigene iCar-Projekt handele, scheint es sich vielmehr um generelle Verbesserungen an Siri zu handeln.

Über die Technologie von VocalIQ wurde am vergangenen Wochenende von Tech Insider berichtet. Von einer Quelle habe man erfahren, dass die Spracherkennungstechnologie von VocalIQ deutlich leistungsfähiger und robuster als Siri, Google Now, Amazon Alexa oder auch Microsoft Cortana sei.

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Apple hatte das Unternehmen übernommen noch bevor es die eigene App veröffentlichen konnte. Nach der Übernahme habe man das Team weitestgehend beibehalten und aus deren Büro in Cambridge an einer Integration in Siri arbeiten lassen.

Der Sprachassistent von VocalIQ soll bereits vor der Übernahme deutlich besser als die Konkurrenz gewesen sein. Die Technologie erfordert keine spezifischen und einfachen Satz-Konstruktionen, um ein gewünschtes Ergebnis liefern zu können.

Als Beispiel nennt Tech Insider folgende Anfrage: „Finde ein nahegelegenes chinesisches Restaurant mit kostenlosen Parkplätzen und Wi-Fi, das kinderfreundlich ist“. VocalIQ soll dies in 90 Prozent der Fälle korrekt beantwortet haben; die Konkurrenz, inklusive Siri, brachte es nur auf 20 Prozent, so die Aussage der Tech-Insider-Quelle.

Der Assistent soll sich die Fragen seiner Nutzer des Weiteren auch merken. So erlaubt VocalIQs Technologie eine spätere Frage, wie zum Beispiel „Suche ein mexikanisches Restaurant“ und kann dies mit der vorherige Suche verknüpfen. Frühere Optionen wie die Angabe des Parkplatzes oder Wi-Fi werden weiterhin berücksichtigt.

Eines der Ziele der Entwickler sei die Möglichkeit alle Anfragen behandeln zu können, ohne dass der Anwender auf das Display seines Smartphones schauen muss. So soll etwa das Beantworten von E-Mails möglich sein, ohne das Handy aus der Tasche holen zu müssen. Aktuell erfordern die Sprachassistenten in vielen Fällen eine Bestätigung mit dem Finger auf dem Display.

Wann die von VocalIQ entwickelte Technologie ihren Weg ins iPhone oder auch den geplanten Amazon-Echo-Konkurrenten finden wird, ist unklar. Angeblich plant Apple eine langsame Integration, um die Anwender nicht mit einer drastischen Veränderung zu konfrontieren.

Erst vor einigen Tagen wurde bekannt, dass Apple angeblich an einem eigenen „Siri-Lautsprecher“ arbeitet, der – ähnlich wie Amazon Echo oder Google Home – seine Anwender im Alltag unterstützen soll. Zuletzt gab es Gerüchte, dass das Gerät dank integrierter Kameras seine Nutzer bereits vor der Aktivierung per Sprache anhand ihrer Gesichter erkennen können soll.

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Lustige Siri-Sprüche.

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