Sprachassistent „Viv“ vorgestellt: Hätte Siri so werden sollen?

Florian Matthey 5

Letzte Woche hatten die geistigen Väter von Siri einen neuen, deutlich intelligenteren Spracherkennungs-Assistenten namens „Viv“ angekündigt. Gestern haben sie Viv erstmals der Öffentlichkeit gezeigt – und die Präsentation gibt es schon als Video.

Siri ist bekanntlich keine Apple-Eigenentwicklung – Apple hatte das Unternehmen im Jahr 2010 übernommen. Die Erfinder Dag Kittlaus, Adam Cheyer und ihre damaligen Mitarbeiter arbeiteten im Anschluss bei Apple. Kittlaus und Cheyer verließen das Unternehmen aber bereits nach kurzer Zeit; ein Drittel ihres Teams folgte ihnen. Jetzt melden sie sich mit „Viv“ zurück.

Schon letzte Woche hatten Kittlaus und Cheyer angekündigt, dass Viv deutlich intelligenter als Siri und andere Spracherkennungs-Assistenten sein soll: Die Software soll auch mit komplexen Anfragen umgehen können, die sehr spezifisch sind und/oder gleich mehrere Befehle auf einmal enthalten. Mit der gestrigen Präsentation konnten die Erfinder zeigen, ob sich dieses Versprechen einhalten lässt.

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Kittlaus betonte im Rahmen der Präsentation im Rahmen der Veranstaltung „TechCrunch Disrupt“ in New York, dass Viv während der Keynote komplett Live arbeitet, die Suchanfragen also nicht vorbereitet wurden. Bemerkenswert ist da bereits, dass Viv alle Anfragen richtig verstanden und ausgewertet hat.

Tatsächlich kann Viv mit vergleichsweise komplexen Anfragen umgehen: Kittlaus zeigt, wie sich mit Viv Hotelzimmer buchen oder Taxis über Dienste wie Uber bestellen lassen. Viv versteht dabei sogar, dass „ein Auto für sechs Personen“ bedeutet, dass es bei Uber ein größeres Fahrzeug bestellen muss.

Eine weitere bemerkenswerte Anfrage ist, ob es „übermorgen nach 17 Uhr an der Golden Gate Bridge über 21 Grad“ sein werde – auch für eine solch komplexe Wetter-Anfrage liefert Viv eine richtige Antwort.

Kittlaus betont im anschließenden Gespräch, dass das Wichtigste für einen Erfolg von Viv sei, dass der Dienst mit besonders vielen anderen Diensten – wie beispielsweise Uber – zusammenarbeitet. Der Assistent ist von vorne herein darauf ausgelegt, über Programmierschnittstellen mit anderen Diensten zu kommunizieren. Es scheint, als hätten die Siri-Erfinder Entsprechendes auch schon für ihren ersten Assistenten vorgehabt; Apple wollte seinerzeit aber nicht so weit gehen.

Da Viv auch auf möglichst vielen Geräten funktionieren soll, ist es wohl nicht wahrscheinlich, dass Apple auch den „Siri-Nachfolger“ übernehmen kann. Anfragen durch Facebook und Google wollte Kittlaus nicht dementieren. Bis jetzt bleibt Viv aber unabhängig, wobei der Facebook-CEO Mark Zuckerberg zumindest als Geldgeber mit an Bord ist.

Lustige Siri-Sprüche.

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