Verkehrte Welt: Google-Experte soll Siri klüger machen

Florian Matthey 1

Apple hat ein Siri-Problem: Der Spracherkennungsassistent leistet deutlich weniger als die Produkte der Konkurrenten, auch für den HomePod ist Siri deutlich „dümmer“ als Alexa und Google Assistant. Jetzt soll ausgerechnet ein Google-Experte helfen.

Verkehrte Welt: Google-Experte soll Siri klüger machen
Bildquelle: GIGA/Holger Eilhard.

Siri einst mit Vorsprung vor Konkurrenz

2011, bei der Veröffentlichung des iPhone 4s, war Apple mit der ersten Version von Siri noch ein Pionier im Bereich der Spracherkennungsassistenten. Mittlerweile bieten Amazons Alexa für Amazon Echo und andere Geräte sowie Google Assistant deutlich mehr Funktionalität – insgesamt sind die Siri-Konkurrenten einfach deutlich intelligenter und können so mehr und komplexere Anfragen beantworten und bearbeiten.

Google-Manager soll Siri wieder an die Spitze bringen

Das hat Apple offenbar erkannt – und sich als Lösung des Problems ausgerechnet einen Google-Manager ins Boot geholt. John Giannandrea, der bisher der Chef von Googles Abteilung für die gleichnamige Suchmaschine und für künstliche Intelligenz war, ist gestern von dieser Position zurückgetreten und wird in Zukunft bei Apple arbeiten.

Bei Apple wird Giannandrea den gesamten Bereich des maschinellen Lernens und die „Strategie“ für künstliche Intelligenz leiten. Sein direkter Vorgesetzter wird Tim Cook sein. Der Apple-CEO begrüßte den Neuzugang bereits in einer E-Mail an die Mitarbeiter: Darin verweist Cook nicht nur darauf, dass Giannandrea Computer „noch intelligenter und persönlicher“ machen soll, sondern dass er auch Apples Hingabe für den Schutz der Privatsphäre und eine „bedachte Herangehensweise“ teilt – ein möglicher Seitenhieb gegen den bisherigen Arbeitgeber des neuen Apple-Managers.

Eines muss man Siri aber lassen: Sie hat zumindest Humor. Die lustigsten Sprüche haben wir in unserer Bilderstrecke gesammelt.

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Lustige Siri-Sprüche: „Ich bin eher ein freies Radikal!“.

Siri: Apples Datenschutz-Erwartungen als größte Herausforderung?

Einige Experten meinen, dass sich Apple bei Siri mit den eigenen Ansprüchen an ein hohes Datenschutzniveau selbst im Weg stehe: Die Konkurrenzprodukte könnten auch deswegen so viel besser funktionieren, weil sie so viel mehr über den Benutzer wissen. Cook verweist aber auch in der E-Mail darauf, dass Apples Technologien mit den Werten ausgestattet sein müssten, „die wir alle in Ehren halten“.

Es bleibt zu hoffen, dass Giannandrea die Weiterentwicklung von Siri und anderen Produkten tatsächlich vorantreiben kann, ohne dabei große Abstriche im Bereich Datenschutz machen zu müssen. Die nötige Expertise dürfte er in zehn Jahren bei Google sicherlich gesammelt haben.

Quelle: New York Times via MacRumors

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