Wegen Kinderpornos: Der wahre Grund, warum Telegram aus dem App Store flog

Florian Matthey

Letzte Woche verschwanden plötzlich die Apps des sicheren Messengers Telegram aus dem App Store – um dann wenige Stunden später wieder aufzutauchen. Apple hat jetzt einen sehr ernsten Grund für das Vorgehen genannt.

Apple entfernte Telegram wegen Kinderpornografie

Vergangenen Mittwoch verschwanden sowohl Telegram als auch Telegram X urplötzlich aus dem App Store. Beide Apps ermöglichen eine verschlüsselte Kommunikation über den gleichnamigen Messenger-Dienst; Telegram X ist die parallel zur regulären App erhältliche „nächste Generation“ der Anwendung. Am Abend desselben Tages waren die Apps aber plötzlich wieder verfügbar. Der Telegram-Chef Pavel Durov erklärte, dass Apple den Betreiber auf „unangemessene Inhalte“ in der App hingewiesen habe.

Jetzt hat Apple sich dazu geäußert, was mit „unangemessenen Inhalten“ gemeint ist. Apples Marketing-Chef Phil Schiller erklärte in einer E-Mail an einen Leser von 9to5Mac, dass jemand Apple darauf aufmerksam gemacht habe, dass Telegram-Benutzer Kinderpornografie über die App verbreiten würden. In einem solchen Fall schnell zu reagiere habe höchste Priorität, so Schiller weiter. Man habe den Betreiber darauf hingewiesen, ihm erklärt, dass er die Absender dieser Inhalte blockieren und Maßnahmen vornehmen müsse, um entsprechende Aktivitäten in Zukunft zu verhindern.

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Telegram konnte schnell reagieren

Offenbar hat es Telegram geschafft, die von Apple geforderten Maßnahmen binnen Stunden vorzunehmen. Da es sich bei Telegram um einen Messaging-Dienst mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung handelt, haben einzelne Benutzer Kinderpornografie offenbar nicht nur in direkten Chats verbreitet – hier können weder Apple noch Telegram selbst einsehen, was passiert. Wahrscheinlicher ist, dass diese Inhalte ihren Weg in die App über Plug-ins wie Sticker oder GIFs gefunden haben. Das bedeutet wiederum, dass jeder Benutzer potenziell auf sie zugreifen und vielleicht auch versehentlich mit ihnen konfrontiert sein konnte.

Um so besser ist es, dass sowohl Apple als auch Telegram selbst schnell reagierten. Gleichzeitig wirft das auch die Frage auf, warum andere Betreiber von Download-Portalen – wie Google mit dem Play Store – nicht ebenfalls Maßnahmen vorgenommen haben. Denn die Inhalte, die sich mit der iOS-App aufrufen lassen, sind auch mit der Android-App verfügbar.

Quelle: 9to5Mac

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