WhatsApp-Alternativen Threema, Telegram u.a. im Datenschutz-Test

Sebastian Trepesch 20

Welche WhatsApp-Alternative ist sicher? Welcher Messenger vernachlässigt den Datenschutz komplett? Welche App tut nur so, als seien die Daten geschützt? Stiftung Warentest hat Anwendungen für persönliche Nachrichten auf die Sicherheit hin untersucht.

WhatsApp-Alternativen Threema, Telegram u.a. im Datenschutz-Test

Seit der Übernahme von WhatsApp durch Facebook möchten viele Smartphone-Besitzer auf einen anderen Messenger wechseln. Das Thema Datenschutz steht dabei im Fokus – nur nicht gleich wieder an eine Datenkrake geraten!

Stiftung Warentest hat jetzt fünf Messenger auf den Datenschutz hin – und nur auf diesen – untersucht. Das Ergebnis der Datenschutz-Bewertung:

Threema im Test: sicherste WhatsApp-Alternative

Es war zu erwarten: Der Messenger aus der Schweiz, Threema, schneidet im Test am besten ab. Er belegt in den Charts der kostenpflichtigen Apps also nicht unberechtigt die obersten Plätze.

Stiftung Warentest lobt die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Wie ich euch ja schon geschrieben habe, können bei Threema nach eigenen Angaben nicht einmal die Serverbetreiber die Nachrichten mitlesen. Davon geht also auch die Stiftung Warentest aus.

Das private Adressbuch muss übrigens nicht auf den Server geladen werden. Ich habe aber schon festgestellt, dass viele Nutzer das machen – aus Bequemlichkeit, um die eigenen Threema-Kontakte zu finden.

iPhone-App:

Threema
Entwickler: Threema GmbH
Preis: 3,49 €

Android-App:

Threema
Entwickler: Threema GmbH
Preis: 2,99 €

Threema ist noch nicht für alle die beste Alternative: Mit Windows-Phone-Besitzern können wir aktuell nicht kommunizieren, da es nur eine iPhone- und eine Android-App gibt.

Telegram Messenger mit Einschränkungen akzeptabel

Neben Threema rühmt sich der kostenlose Telegram Messenger um eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung und selbstzerstörende Nacchrichten. Hierfür muss allerdings der Secret Chat gestartet werden. Der Messenger stürmt aktuell die App-Charts, vor allem, weil er gratis ist.

Was sagt die Stiftung Warentest zu Telegram? Sie bemängelt, dass automatisch „alle Adressbucheinträge ohne die Zustimmung des Nutzers oder der betroffenen Personen“ gespeichert werden. (Anmerkung hierzu: Es geschieht auf dem iPhone zumindest nicht unbemerkt, da der Nutzer ja den Zugriff auf das Adressbuch erlauben muss.) Zudem konnten die Prüfer kein Impressum finden. Sie loben, dass keine Daten an das Unternehmen übertragen werden und der Quellcode teilweise offen ist.

iPhone-App:

Telegram Messenger
Entwickler: Telegram LLC
Preis: Kostenlos

Android-App:

Telegram
Preis: Kostenlos

Übrigens: Den russischen Hintergrund sieht die Stiftung Warentest nicht als Problem an, da der Firmensitz in Berlin ist. Auf meine Vorstellung von Telegram hin gab es ja eine Diskussion, ob die personelle Zugehörigkeit zu dem „russischen Facebook“ ein Problem sein könnte.

Kritischer Blackberry Messenger und Line

An Line und dem Blackberry Messenger bemängelte die Stiftung Warentest in erster Linie die (mindestens teilweise) fehlende Verschlüsselung der Nachrichten und Nutzerdaten. Vorteil von Line, welchen ich euch ja in der Vorstellung bereits genannt habe: Wir müssen den Messenger nicht mit unserer Handynummer verknüpfen.

WhatsApp, Threema & Alternativen im Test: Fazit

Da (fast) keiner der Messenger wirklich quelloffen ist, muss sich auch die Stiftung Warentest teilweise auf Herstellerinformationen verlassen. Welche Informationen verschlüsselt übertragen werden, ist nämlich auch für die erfahrenen Prüfer nicht einsehbar.

Den vielen Threema-Käufern wird nun ein Stein vom Herzen fallen: ja, Threema ist eine sinnvolle Alternative zu WhatsApp. A propos, was sagen denn die Prüfer zu WhatsApp? Ihnen fehlt dort die Verschlüsselung der Nachrichten, die Betreiber könnten also die Kommunikation mitlesen. Auch das Adressbuch wird ja bekanntlich ausgelesen.

WhatsApp Facebook-Übernahme
Laut AGB könnten die Nutzerdaten von WhatsApp jetzt an Facebook übergehen. Als Hautgrund für den Kauf durch Facebook vermute ich weniger das Interesse an den Nutzerdaten. (Klar, die können natürlich auch genutzt werden…). Ich denke, dass das Soziale Netzwerk mit dem Kauf vor allem der Konkurrenz (Google, Microsoft, Amazon etc.) zuvorkommen wollte, damit diese nicht plötzlich bald so viele Nutzer haben kann wie Facebook selbst. Siehe: Was die WhatsApp-Übernahme für uns bedeutet – 5 Fragen, 5 Antworten.

Zu den Kommentaren

Kommentare zu dieser News

* Werbung