Nutzer wütend: Facebook zerstört Tinder

Johann Philipp

Letzte Nacht war die Dating App Tinder nicht erreichbar, weil Facebook nach den jüngsten Datenskandalen den Zugang beschränkt hatte. Viele Singles waren so verzweifelt, dass sie sogar in ihrem eigenen Bett schliefen.

Facebook sperrt Tinder nach Datenskandal

Frühlingsgefühle in Deutschland, aber nicht bei der Dating-App Tinder. Wegen des Datenschutzskandals sperrte Facebook die Zugänge zur App. Hintergrund: Tinder nutzt zum Login kein eigenes System, sondern setzt voll auf das soziale Netzwerk.

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29 Tinder-Bios, die mehr als nur einen Swipe nach rechts verdient haben

Facebook hat seit gestern allerdings den Zugriff von Drittanbieter-Apps auf Nutzerdaten verschärft und somit bekamen alle flirtwilligen Tinder-Nutzer eine Fehlermeldung und konnten sich nicht anmelden. Das Netz tobte. Bei Twitter häuften sich Beiträge wie: „Danke Facebook, erst stiehlst du meine Daten und jetzt mein Dating-Leben.“ Andere Nutzer gingen davon aus, dass vielen Millennials wohl die einsamste Nacht ihres Lebens bevorstehe.

Über mehrere Stunden war der Dienst nicht erreichbar. Entwickler von Tinder und Facebook arbeiteten schnell an einer Lösung. Auf Twitter wurde ein Statement veröffentlicht. „Ein technisches Problem besteht darin, dass Benutzer sich nicht bei Tinder anmelden können. Wir entschuldigen uns für die Unannehmlichkeiten und arbeiten daran, dass alle bald wieder swipen können.“

Nach knapp drei Stunden dann die erlösende Nachricht: „Und wir sind zurück! Entschuldigt die Unannehmlichkeiten. Wir haben euch auch vermisst“, schreibt Tinder in einem Tweet. Die Nutzer waren indes schockiert, als sie sich wieder anmelden konnten: Alle ihre Matches und Nachrichten waren weg. Doch auch dieses Problem konnte mittlerweile behoben werden. Es scheint alles wieder zu funktionieren.

Tinder nicht erreichbar: Die besten Reaktionen bei Twitter

„Ich habe heute Abend ein Date und ich habe ihre Nummer nicht. Das ist ein ernstes Problem für mich“, schreibt Twitter-User Max Davids. Er findet sein Date am Ende aber doch noch. Davids schreibt später: „Sie nutzte ihre Detektivkünste, um mich auf Twitter zu finden.“ Ein anderer Nutzer meint: „Stell dir vor du hast große Liebe auf Tinder kennengelernt und dann kommt Zuckerberg und löscht alle deine Matches.“

Der aktuelle Datenskandal von Facebook soll unterdessen noch größere Ausmaße haben als bisher bekannt. Daten von bis zu 87 Millionen Nutzern sollen an die britische Firma Cambridge Analytica weitergegeben worden sein, erklärte Facebooks Technikchef Mike Schroepfer. Auch rund 310.000 Nutzer aus Deutschland sollen betroffen sein.

Quelle: Twitter, The Verge

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