Sexting: Was es ist, wie man`s macht und warum es teuer werden kann - Check your Cyber-Risk!

Kristina Kielblock

Der Begriff Sexting kommt aus dem anglo-amerikanischen Sprachraum und meinte ursprünglich die Dirty-Talk-Variante des Simsens – also das private Versenden von SMS mit schmutzigen Wörtern erotischer Natur. Weniger die Texte, sondern vor allem die Bilder machen Sexting auf Tinder, Snapchat & Co zur High-Risk-Kommunikation mit teilweise extremen Konsequenzen für Jugendliche und junge Erwachsene.   

Sexting: Was es ist, wie man`s macht und warum es teuer werden kann - Check your Cyber-Risk!

Das Verbreiten von Sexting-Bildern seiner damals 13-jährigen Ex-Freundin auf WhatsApp kostete einen Gymnasialschüler 1.000 € Schadensersatz, die das Amtsgericht Berlin-Charlottenburg der Betroffenen zugesprochen hatte. Obschon 1.000 Euro für einen Schüler viel Geld sind, ist die Summe ein Witz, wenn man bedenkt, welche psychischen Folgen die Weiterverbreitung der eindeutig anzüglichen Fotos auf das pubertierende Mädchen haben könnten.

Sexting: Internet-Star über Nacht

Die Teenager kamen Anfang des vergangenen Jahres zusammen, während der Beziehung forderte der Jugendliche immer wieder Sexting-Nachrichten und Fotos von seiner damaligen Freundin. Tatsächlich hat er diese eindeutigen Botschaften bereits während der Beziehung auf WhatsApp in seinen Kontakten publik gemacht, sodass sie dann unkontrolliert auch in der ganzen Schule die Runde machten.

Wie die Geschichte des Technoviking zeigt, können Videos und Fotos binnen Tagen im Netz extrem viral gehen – ob die abgebildete Person das möchte oder nicht. Auch anzügliche Aktbilder können im schlimmsten Fall von Millionen geklickt werden und von diversen schlüpfrigen Portalen missbraucht werden. Eine Unterlassungsklage ist eine feine Sache, aber im Netz vielfach wirkungslos – daher ist Prävention der beste Schutz!

Mobbing opfer in der schule harte konsequenzen des sexting

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20 extrem schlimme Nachrichten, die wir Frauen auf Dating Apps bekommen.

Safer Sexting: Lessons to learn – Part I

  1. Diese Nachricht zerstört sich selbst: Macht Löschen und Datenvernichtung zu eurer heimlichen Leidenschaft beim Versenden von Sexting-Messages! Auf Snapchat löschen sich Fotos und Filme nach einmaligem Ansehen von alleine – ob sie bei dem beliebten Sexting-Dienst trotzdem noch gespeichert sind, bleibt dabei aber unklar. Weitere Safer-Sexting-Zeitbomben: Clipchat zerstört Bilder und Videos binnen fünf Sekunden und  auch Squawk bietet eine solche Löschfunktion an.
  2. Mein Passwort – Dein Passwort: Partnerschaft muss nicht bedeuten, dass ihr auch eure Passwörter miteinander teilen müsst. Häufig ist es bereits passiert, dass wütende Ex-Lover sich die Facebook & Co.-Zugänge des Partners zunutze machten, um in irgendeiner Form Cybermobbing damit zu betreiben. Also ggf. nach der Trennung die Passwörter rechtzeitig ändern!
  3. Automatische Uploads unterbinden: Die Funktion des automatischen Uploads von Fotos in irgendwelche Cloud- oder Communitydienste sollte beim Sexting natürlich abgeschaltet sein! Bevor ihr die Hosen runterlasst und erotische Selfies anfertigt also unbedingt die Einstellungen eures Smartphones überprüfen.

Partner im Netz finden safer sexting

Safer Sexting: Lessons to learn – Part II

  1. Totale Kontrolle vor dem Versenden: Es ist sicher vielen schon mal passiert: Aus Versehen die falsche Nummer angerufen, die SMS oder Text-Message an den Falschen geschickt. Das kann schon peinlich genug sein, aber wenn ihr eure verführerischen Fotos aus Versehen an den Falschen schickt, kann das sehr unangenehme Konsequenzen haben – also lieber zweimal gucken vor dem Absenden.
  2. Inkognito bleiben: Damit ihr später nichts bereuen müsst, ist es von bleibendem Wert, wenn ihr eure Identität auf den Sexting-Bildern im Dunkeln lasst. Dass heißt: Keine Bilder mit Gesicht und möglichst auch ohne eindeutige Merkmale wie Narben oder Tattoos.
  3. Sexting möglichst nicht unter dem Einfluss bewusstseinsverändernder Substanzen: Einfach lassen. Ebenso, wie man E-Mails, die man im besoffenen Kopf geschrieben hat, lieber erst am nächsten Tag oder gar nicht senden sollte, verhält es sich auch mit dem Sexting. Spaß ist gut – kontrollierter Spaß ist in dem Fall besser!

Sexting so gehts mann am rechner mit frauenbeinen aus dem computer

Sexting – so macht ihr euren Partner scharf

Wer seine Lektionen über die Sicherheit zum Schutz der eigenen Person gelernt hat, kann sich der Perfektionierung seiner digitalen Fern-erotischen Fähigkeiten widmen:

  • Die Aufnahme verbessern: Diverse Filter erlauben heutzutage einzurichten, dass man auf Bildern nicht unbedingt seine Makel zur Schau stellen muss. Zwar hat jeder Dinge, die ihm oder ihr am eigenen Körper nicht gefallen, aber schöner aussehen ergibt beim Sexting durchaus Sinn. Viele Smartphones haben bereits entsprechende Apps vorinstalliert, , oder viele andere Apps aus dem Play Store oder von iTunes können wahre Wunder bewirken. Solltet ihr Videos drehen wollen: Weniger ist immer mehr – dimmt das Licht, labert nicht zuviel, zeigt nicht nur nackte Haut – sondern spielt verheißungsvoll mit Licht und Schatten.
  • Bildausschnitte mit Bedacht auswählen: Keine erigierten oder nicht erigierten Geschlechtsteile in Großaufnahme! Lieber den Bauchnabel bis zum Höschenansatz oder andere eher geheimnisvolle Aufnahmen.
  • Kreative Texte schicken: Besorg`s mir du Hengst oder ähnliches sollte man sich sparen. Dirty-Talk will gelernt sein, und der Unterricht mit zweit- oder drittklassigen Pornos taugt nichts. Denkt daran, dass die Art, wie ihr euch verbal über Sex äußert, auch immer Rückschlüsse auf eure Wünsche, Gedanken und Leidenschaften zulässt. Wählt eure Worte also überlegt. Wer sapiosexuelle Frauen oder Männer beeindrucken will, kann es zum Beispiel mal mit surrealer erotischer Literatur aus vergangenen Jahrhunderten versuchen: Überaus unterhaltsam, erotisch und wohlgefällig formuliert ist das Werk . Hier solltet ihr einige anspruchsvolle und originelle Textvorlagen finden, die euren Partner auf anregende Weise überraschen werden.

Bildquelle: Woman, Man, Keyboard, Teenage Girl via Shutterstock.com

 

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