Gestern mit viel Tamtam angekündigt, jetzt ist sie endlich da: die App VSCO Cam. Nachdem sie die Herzen vieler iPhone-Nutzer erobert hat, kann die alternative Kamera-App nun auch auf Androiden genutzt werden. Wir haben einen intensiveren Blick auf die minimalistische Anwendung gewagt und fragen uns, warum man VSCO Cam überhaupt nutzen sollte.

 

VSCO Cam®

Facts 

Ich tue mich allgemein schwer mit alternativen Kamera-Apps unter Android. Schließlich sind die von den Herstellern mitgelieferten meist die besten, wenn es um Abstimmung auf die Hardware geht – auch wenn es an diesen manches zu kritisieren gibt. So konnte mich bislang noch keine Drittanbieter-App davon überzeugen, dauerhaft umzusteigen. Und daran wird wohl auch der Launch der auf iOS mit Downloads und Lob überschütteten App VSCO Cam nichts ändern.

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Nach dem Installieren der App muss sie sich zunächst einmal einrichten, was recht zeitaufwändig ist (auf dem Galaxy Note 3 dauerte es rund 30 Sekunden). Danach erblickt man ein minimalistisches Interface zum Schießen von Fotos, HDR oder Burst-Shoot-Optionen sind nicht enthalten. Die Bilder landen nach kurzem Postprocessing (qualitativ scheinen sich die Bilder nicht von denen mit der Galaxy Note 3-Kamera geschossenen zu unterscheiden) direkt in der in der App enthaltenen Galerie.

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Die Galerie, die obskurerweise nicht im Landscape-Modus verwendet werden kann, ist das eigentliche Zentrum der App. Dort erhält man Zugriff auf zahlreiche Methoden zur Nachbearbeitung – von Beleuchtung und Farbtönung über diverse Retrofilter im Instagram-Stil bis hin zur Zurechtschneidung und Begradigung. Auch Bilder aus externen Quellen können hier per Druck auf die +-Schaltfläche importiert und weiterbearbeitet werden. Die Anbindung an zahlreiche Netzwerke wie Instagram und Twitter zum Weiterteilen der Bilder ist obligatorisch, wiewohl hier nicht die Standard-Sharing-Schnittstelle von Android zum Einsatz kommt – erst beim Tap auf „more“ erscheinen alle Apps, die den Share-Intent empfamgen können.

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Ein Seitenmenü, das nicht per Wischgeste, sondern nur per Button, geöffnet wird, gewährt Zugriff auf den Shop, wo man neue Filter hinzukaufen kann, ein integriertes soziales Netzwerk und das Firmenblog, Verzeihung – Journal. Hier kommt das superschicke Promovideo:

Trotz der offensichtlichen Hipsterqualitäten, die die App mitbringt – nach ein paar Minuten der Nutzung fragt man sich: Was soll der Hype? Warum sollte ich VSCO Cam nutzen? Klar hat die App ihre Daseinsberechtigung, eifrige Smartphone-Fotografen sind schließlich stets auf der Suche nach Möglichkeiten, ihre Fotos zu verbessern und mit anderen zu teilen. Nur ist man zurzeit mit der Kombination aus Standard-Kamera-App und Google+ als Album sowie zur Nachbearbeitung (wahlweise auch das mächtigere Snapseed) in der Regel besser beraten. Zumal diese Apps sich selbst deutlich besser erklären als das abstrakt-minimalistische UI von VSCO Cam mit seinen vielen Icons, deren Bedeutung man erst errät, wenn man drauftapt.

Fazit: Möglicherweise werden Apps wie VSCO Cam ja sinnvoller, wenn Google endlich seine neuen Kamera-APIs zur Verfügung stellt, weil sie die Qualität der Bilder erhöhen. Solange raten wir zum ruhig-mal-ausprobieren-ist-ja-kostenlos – aber eben auch dazu, die App ohne schlechtes Gewissen bei Nichtgefallen wieder zu löschen.

Entwickler: VSCO
Preis: Kostenlos

[via SmartDroid]

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Frank Ritter
Frank Ritter, GIGA-Experte.

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