Phubbing: Übersetzung, deutsche Bedeutung und Aussprache des Smartphone-Trends

Stefan Bubeck

„Phubbing“ ist ein Kunstwort und besteht aus „Phone“ und „Snubbing“. Was bedeutet es und wer tut das?

Phubbing: Übersetzung, deutsche Bedeutung und Aussprache des Smartphone-Trends
Bildquelle: iStock.

Beim Begriff „Phubbing“ handelt es sich um ein Kofferwort (auch Schachtelwort), das sich aus „Phone“ und „Snubbing“ zusammensetzt: Gemeint sind mit „Phone“ hierbei in erster Linie Smartphones, das zweite Wort „Snubbing“ stammt aus dem Englischen und bedeutet „brüskieren“ oder „vor den Kopf stoßen“. Ausgesprochen wird „Phubbing“ auf Deutsch in etwa als „Fabbing“ – also mit einem als „a“ ausgesprochenen „u“.

to snub somebody = jemanden verächtlich behandeln

Phubbing: Definition des Begriffs

„Phubbing“ findet dann statt, wenn sich jemand in einem Gespräch von seinem Gegenüber abwendet und sich stattdessen lieber mit dem Handy beschäftigt, seinen Gesprächspartner ignoriert – was zu Verärgerung führt.

Wenn der Sinn eines Zusammentreffens von zwei oder mehr Menschen die Konversation ist, dann kann es durchaus nerven, wenn sich einer der Beteiligten seinem Smartphone zuwendet, statt dem Gesprächspartner zuzuhören und höflicherweise auch anzuschauen.

Beim Auslöser für „Phubbing“ kann es sich um einen Messenger wie WhatsApp handeln, aber auch um Instagram, YouTube oder jede andere App mit Ablenkungspotenzial. Der Abgelenkte „phubbed“ seinen Mitmenschen, er ist ein „Phubber“. Ein eng verwandter Begriff ist „Technoference“, der beschreibt, wie Technologie (z.B. Handys) unsere Beziehungen zu Mitmenschen im Alltag stört („Interference“ = Störung).

Aufgrund immer mächtigerer Funktionen wie etwa dem Live-Standort in WhatsApp wird es schwierig für manche Nutzer, den Blick vom Smartphone zu abzuwenden und sich mit seiner unmittelbaren Umgebung und seinem Gegenüber zu beschäftigen:

WhatsApp Live-Standort erklärt: So wissen deine Freunde, wo du steckst.

Beispiele für Phubbing:

  • Dein Gesprächspartner bricht während du etwas erzählst in Lachen aus, obwohl du nichts Lustiges gesagt hast. Auf Nachfrage kommt die Antwort: „Sorry, ich lache nicht über dich, sondern etwas bei WhatsApp, das ich gerade gelesen habe.“ Er hat dir also nicht zugehört und lässt sich lieber von anderen Leuten im Chat unterhalten.
  • In Paarbeziehungen: Du möchtest deinem Partner eine wichtige Frage stellen (z.B. das nächste Urlaubsziel) und schon bei deiner Einleitung („Schatz, ich habe eine ganz tolle Idee…“) merkst du, dass nicht einmal der Kopf angehoben wird, sondern tief im Smartphone-Bildschirm versunken bleibt. Das Handy als Beziehungskiller.
  • Im Beruf: Du hältst eine Präsentation vor deinen Kollegen. Als du in die Runde blickst, siehst du, dass alle auf ihre Smartphones starren, anstatt dir zu folgen. Da hätte man sich die Arbeit auch gleich sparen können.
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Phubbing: Entstehung des Begriffs

Der Begriff Phubbing hat seinen Ursprung 2013 in Australien, wo der Wörterbuchverlag Macquarie im Rahmen einer Marketingkampagne das Wort erfinden ließ, um das antisoziale Verhalten am Smartphone greifbarer zu machen und Aufmerksamkeit zu erzeugen. Dahinter steckt die Werbeagentur McCann Erickson, sie ist für die Wortschöpfung verantwortlich – und nicht ein Melbourner Student namens Alex Haigh, der für die Kampagnen-Webseite „Stopphubbing“ verantwortlich sein soll. Die dort veröffentlichten Statistiken sind frei von Quellenangaben.

Patrick Baron, Creative Director bei McCann Melbourne, hat vor vier Jahren dieses Video veröffentlicht, um den Erfolg der PR-Kampagne seiner Agentur zu skizzieren:

Patrick Baron Phubbing A Word Is Born Macquarie Dictionary from Patrick Baron on Vimeo.

Der Begriff „Phubbing“ ist also ein Beispiel für eine Wortschöpfung, die einen vermeintlichen Trend beschreibt, den vorher niemand klar benennen konnte. Mit der Erschaffung des Worts und der darauf folgenden weltweiten Berichterstattung ist aus dem Fantasiebegriff innerhalb kurzer Zeit ein echtes Thema geworden, mit dem wir uns beschäftigen und das wir seitdem im Alltag bewusster wahrnehmen.

Quellen: PC Magazin, Stopphubbing (Facebook), New York Times, The Guardian

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