Telegram: weitere sichere WhatsApp-Alternative vermeldet 800.000 neue Nutzer

Steffen Pochanke 33

Gestern berichteten wir bereits über die App Threema, die nach der Ankündigung der WhatsApp-Übernahme innerhalb eines Tages die Nutzerzahl auf 400.000 verdoppeln konnte. Doch nicht nur Threema erfreut sich aktuell Beliebtheit: auch Telegram vermeldet als vermeintlich sichere WhatsApp-Alternative einen massiven Nutzerzulauf.

Die Ankündigung der Übernahme von WhatsApp durch Facebook hat viele Nutzer dazu veranlasst, WhatsApp den Rücken zu kehren. Vor allem viele deutsche Nutzer scheinen sich nicht wohl dabei zu fühlen, dass Facebook bald auch weiß, was wir in WhatsApp schreiben. Anders ist es nicht zu erklären, dass die schweizer WhatsApp-Alternative Threema, die mit End-zu-End-Verschlüsselung daherkommt, innerhalb eines Tages Platz 1 der kostenpflichtigen Apps im Play Store erklommen hat.

Doch es gibt Konkurrenz für Threema und die kommt aus Russland: der kostenlose Messenger Telegram möchte mit zahlreichen Funktionen, der Unterstützung mehrer Geräte sowie einem Desktop-Client und einer API für Entwickler punkten. Bei normalen Chats werden Nachrichten und Mediendateien verschlüsselt auf den Telegram-Servern gespeichert und sind so auf allen Geräten verfügbar. Zusätzlich gibt es sogenannte Secret Chats mit End-zu-End-Verschlüsselung, bei denen nichts auf den Telegram-Servern gespeichert werden soll und Nachrichten sich auf Wunsch nach einer bestimmten Zeit selbst löschen.

Bilderstrecke starten(14 Bilder)
Das können andere Messenger besser als WhatsApp

Telegram kann sogar noch mehr von dem WhatsApp-Deal profitieren als Threema: gestern sollen sich 800.000 neue Nutzer für den Dienst angemeldet haben, während es bei Threema „nur“ 200.000 waren. Diese Unterschiede hängen wohl nicht zuletzt damit zusammen, dass für Threema 1,60€ fällig werden, während Telegram kostenlos ausprobiert werden kann.

Wie steht es um die Sicherheit?

Eines der wichtigsten Argumente der WhatsApp-Wechsler ist das Thema Sicherheit. Die Macher von Telegram haben ein eigenes Chat-Protokoll entwickelt, das laut eigenen Aussagen sehr sicher sein soll. Um diese Behauptung zu untermauern, bieten sie demjenigen Bitcoins im Wert von 200.000 Dollar, der das Protokoll knacken kann.

Gänzlich unumstritten ist das Protokoll von Telegram jedoch nicht: Sicherheitsexperten wie Geoffroy Couprie und Moxie Marlinspike haben es, basierend auf den verfügbaren Informationen, stark kritisiert (sowie hier). Was an den Vorwürfen dran ist, kann nicht beantwortet werden, da die Dokumentation von Telegram stark verbesserungswürdig zu sein scheint. Das Telegram-Team pocht aber auf die Qualität der eigenen Software und antwortet in den verlinkten Artikeln bereitwillig auf die Kritik der Experten.

Telegram
Entwickler:
Preis: Kostenlos

Quelle: Telegram @TwitterZeit via Süddeutsche, Androidnext

Zu den Kommentaren

Kommentare zu dieser News

* Werbung