WhatsApp & Alternativen: Stiftung Warentest stuft nur Threema als „unkritisch“ ein

Tuan Le 18

Nach dem großen Wirbel um den Verkauf von Whatsapp an Facebook konnten sich Alternativen wie Threema und Telegram bei vielen Nutzern beliebt machen. Angeblich versprechen die alternativen Dienste eine höhere Transparenz und mehr Sicherheit für die Daten der Nutzer. Stiftung Warentest hat nun einige der beliebtesten Whatsapp-Alternativen unter die Lupe genommen und obwohl auch der eigentlich renommierte BlackBerry Messenger dabei war, konnte sich nur Threema bei dem Test als „unkritisch“ beweisen.

WhatsApp & Alternativen: Stiftung Warentest stuft nur Threema als „unkritisch“ ein

Bei dem Test ging es ausschließlich darum, wie sicher die Daten der Nutzer sind, wohingegen Bedienbarkeit oder Funktionsumfang keinerlei Rolle bei der Betrachtung spielten. Während Threema sich das bestmögliche Urteil „unkritisch“ sichern konnte und lediglich aufgrund unvollständiger Transparenz bei der Übertragung der Daten einen Kritikpunkt aufwies, wurde Telegram mit „kritisch“ beurteilt. Das Problem bei Telegram sei trotz des teilweise quelloffenen Codes der Umstand, dass Adressbucheinträge ohne vorherige Zustimmung des Nutzers abgespeichert werden (unter iOS ist dies nicht der Fall). Darüber hinaus gebe es kein Impressum für Datenschutzanfragen, zumindest die Gesprächsinhalte an sich seien aber durch eine Verschlüsselung gesichert.

Schlecht sieht es hingegen bei Line, BBM und - wie zu erwarten war - WhatsApp aus. Alle drei namenhaften Messenger fangen sich das Testurteil „sehr kritisch“ ein und weisen etwaige Sicherheitslücken auf. So wird bei Line die IMEI(!) unverschlüsselt an Dritte weiterversendet und auch Gespräche können sowohl beim Empfänger als auch Absender vom Anbieter eingesehen werden. Bei Whatsapp ist ohnehin schon seit langem die mangelnde Verschlüsselung der Kommunikation kritisiert worden, obendrein seien die Daten der Nutzer nun auch nicht mehr vor Facebook sicher, da in den AGB von der Übertragung der Informationen an das Social Network die Rede ist. Selbst der BlackBerry Messenger wird von den Testern als kritisch eingestuft, was allerdings vor allen Dingen an den umfangreichen Informationen liegt, die der Anbieter von den Nutzern fordert.

Auf Grundlage der von BlackBerry gesammelten Informationen können sogar spezifische Nutzerprofile angelegt werden, welche dann zur Schaltung von auf den Nutzer zugeschnittenen Werbung verwendet werden könnten. Wenigstens Adressbucheinträge können nur mit ausdrücklicher Genehmigung weitergegeben werden, ob eine End-to-End-Verschlüsselung vorliegt, ließ sich nicht eindeutig feststellen. Wie aussagekräftig der Test ist, muss jeder wohl für sich entscheiden - zu großen Teilen ist eine Überprüfung der Sicherheit der Messenger durch unabhängige Tester mangels Offenheit der Software sehr schwierig und zum Teil können die geforderten Berechtigungen gerade bei einem umfangreichen Messengerdienst wie BBM zumindest ansatzweise gerechtfertigt sein. Wer allerdings wirklich wert auf verschlüsselte Gespräche legt und vor allen Dingen vermeiden möchte, dass der Anbieter die eigenen Gespräche lesen kann, sollte sich vermutlich von Whatsapp, Line und dem BBM distanzieren.

Was sagt ihr zum Testurteil? Welchen Messenger nutzt ihr? Schreibt uns eure Meinungen in die Kommentare.

Quelle: Stiftung Warentest [via Golem]

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