WhatsApp: EU-Komission genehmigt Übernahme durch Facebook

Rafael Thiel

Nachdem Facebook im Februar dieses Jahres die Übernahme von WhatsApp für 19 Milliarden US-Dollar angekündigt hatte, gab die zuständige EU-Kommission gestern grünes Licht: Der Deal wurde ohne Auflagen genehmigt, da es sich nach Auffassung der Wettbewerbshüter nicht um direkte Konkurrenten handle.

Der Übernahme von WhatsApp durch Facebook steht nun nichts mehr im Weg: Im Heimatland wurde der Deal schon im April durchgewunken, jetzt hat auch die EU ihr Einverständnis erklärt und die Firmenübernahme ohne Auflagen genehmigt. Facebook hatte angesichts der hiesigen Skepsis gegenüber US-Technologieunternehmen Brüssel gebeten, den Deal zu prüfen, um etwaige separate Kartellrechtsprüfungen in den einzelnen europäischen Ländern zu vermeiden. EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia begründet die Entscheidung folgendermaßen:

„Verbraucher werden nach wie vor eine große Auswahl an anderen Kommunikationsdiensten haben. Facebook Messenger und WhatsApp sind zwar zwei der beliebtesten Apps, aber die meisten Menschen nutzen ohnehin mehr als eine App. Wir haben die geplante Übernahme sorgfältig geprüft und sind zu dem Schluss gekommen, dass sie den Wettbewerb auf diesem dynamischen, expandierenden Markt nicht beeinträchtigen wird.“

Bilderstrecke starten(14 Bilder)
Das können andere Messenger besser als WhatsApp

Im Februar hatte Facebook den Kauf von WhatsApp angekündigt. Das soziale Netzwerk ist bereit 19 Milliarden US-Dollar (etwa 15 Milliarden Euro) in bar und in Aktien zu zahlen und somit die größte Übernahme der (kurzen) Unternehmensgeschichte zu tätigen. Weltweit nutzen offiziellen Angaben des Anbieters zufolge etwa 600 Millionen Menschen regelmäßig den Kurznachrichtendienst WhatsApp, Facebook Messenger komme auf 300 Millionen Nutzer – im Aprils dieses Jahres waren es noch 200 Millionen. Damit baut der Konzern seine sowieso schon dominante Position auf dem Markt mobiler Endgeräte weiter aus, gleichwohl es, wie vom EU-Kommissar angemerkt, noch zahlreiche weitere Kommunikations-Alternativen gibt.

[via Tagesschau, The Wall Street Journal]

► Tipp: Mit der WhatsApp-Prepaid-SIM immer WhatsAppen – auch ohne Guthaben

Zu den Kommentaren

Kommentare zu dieser News

* Werbung