WhatsApp: Facebook will den Messenger sicherer machen

Kaan Gürayer 6

Facebook will WhatsApp sicherer machen: In einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin Der Spiegel versprach Scott Renfro, verantwortlich für die IT-Sicherheit bei Facebook, sich den Sicherheitsproblemen bei WhatsApp anzunehmen. So bleibt der Messenger zwar eigenständig, in puncto Sicherheit wolle man aber eng zusammenarbeiten. Zudem sollen Hacker belohnt werden, die Lücken im Messenger entdecken und an Facebook melden.

WhatsApp: Facebook will den Messenger sicherer machen

WhatsApp und Sicherheitslücken – eine (leider) unendliche Geschichte. Erst vor wenigen Tagen haben wir darüber berichtet, dass WhatsApp die Nachrichtenhistorie nur unzureichend schützt und Dritt-Anwendungen theoretisch die Nachrichten der Nutzer mitlesen könnten. Statt sich den Vorwürfen zu stellen und Besserung zu geloben, spielte WhatsApp die Angelegenheit aber herunter. Immerhin das, in der Vergangenheit schwieg sich WhatsApp zu Sicherheitsproblemen meist aus. Wer weiß – vielleicht kann Facebook hier ja wirklich ein neues Klima hinsichtlich der Sicherheit etablieren.

„Absolut“, antwortet Scott Renfro, zuständig für die IT-Sicherheit bei Facebook, im Spiegel-Interview auf die Frage, ob die Lösung der Sicherheitsprobleme von WhatsApp nun zu seinen Aufgaben gehören würde. Da die Übernahme noch nicht unter Dach und Fach sei, will er aber noch nicht ins Detail gehen. Was die Zukunft von WhatsApp und Facebook angeht, auch hinsichtlich der Sicherheit, gibt der Informatiker dann aber doch einen kleinen Ausblick: „WhatsApp wird eigenständig bleiben, aber ähnlich wie bei Instagram und anderen Übernahmen werden wir eng zusammenarbeiten, um zu gewährleisten, dass wir sichere Anwendungen bauen.“

Zudem sei es wahrscheinlich, dass WhatsApp in das firmeninterne „White Hat Bounty Programm“ aufgenommen werde, wie der Sicherheits-Spezialist weiter ausführt. Dabei zahlt Facebook Belohnungen an Hacker, wenn diese Sicherheitslücken aufspüren und direkt an Facebook melden. Eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, wie sie beispielsweise auch Threema und TextSecure nutzen, soll es laut Renfro aber nicht geben. Diese sei für technisch weniger versierte Nutzer zum jetzigen Zeitpunkt noch zu ungeeignet. Stattdessen suche man nach einem Modell, mit dem auch „unsere Großeltern absolut sicher kommunizieren können“.

Im Rahmen des Interviews, das sich in weiten Teilen um den NSA-Skandal und seine Folgen gedreht hat, betonte Renfro auch, dass Sicherheit nun zu den Top-Prioritäten von Facebook gehöre und es ein „Wettrüsten“ zwischen Geheimdiensten einerseits und Internetunternehmen andererseits gebe, was die Verschlüsselungstechnologien und damit die Sicherheit der Nutzer anbelangt.

Kann man die Aussagen von Facebook Ernst nehmen? Und vor allem: Darf man sie als Eingeständnis von Sicherheitsproblemen bei WhatsApp werten? Wird sich künftig etwas bei der Sicherheit des Messengers verbessern? Benutzt ihr überhaupt noch WhatsApp oder seid ihr bereits auf einen der vielen Alternativen umgestiegen? Meinungen dazu bitte in die Kommentare.

Quellen: Der Spiegel 12/2014, Spiegel Online

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