WhatsApp: Kindergeld 2016 nur noch mit Steuer-ID ist Fake

Selim Baykara 1

Auf WhatsApp und Facebook macht derzeit eine Horror-Nachricht zum Kindergeld 2016 die Runde und verunsichert zahlreiche Eltern. Die Textmessage besagt, dass Eltern, die bis Dezember 2015 nicht die eigene und die Steuer-Identifikationsnummer des Kindes bei der Familienkasse angeben haben, 2016 kein Kindergeld mehr erhalten. Wir klären, was es mit dieser Nachricht auf sich hat. Schon mal vorweg: Man sollte nicht alles glauben, was man im Internet so liest.

Kindergeld

WhatsApp-Nachricht: Kindergeld wird 2016 gestrichen, wenn ihr die Steueridentifikationsnummer nicht angebt

Eventuell hat euch die Nachricht auch schon erreicht: Sowohl auf WhatsApp als auch im sozialen Netzwerk Facebook macht derzeit eine Text-Message die Runde, die bei vielen Eltern für Kopfzerbrechen sorgt. In der Nachricht heißt es:

Betreff: Kindergeld: Ab dem 01.01.16 gibt es eine neue Regelung. Alle Kindergeldbezieher, die es bisher noch nicht gemacht haben, müssen der zuständigen Familienkasse die Steueridentifikationsnummer der kindergeldberechtigten Kinder und Elternteile schriftlich mitteilen. Das dient dazu, doppelte Zahlungen zu vermeiden.

Der Haken: Wer diese Steuernummern nicht bis spätestens Dezember 2015 der Familienkasse mitgeteilt hat, bekommt das Kindergeld gestrichen, muss u.U. das Kindergeld 2016 zurückzahlen und einen neuen Kindergeldantrag stellen (der dann vermutlich eine längere Bearbeitungszeit hat). Das Kindergeld wird dann auch nicht rückwirkend gezahlt. Was weg ist, ist weg.

Auf die Frage, ob das noch veröffentlicht wird, hat die Familienkasse „nein“ gesagt; jeder Leistungsbezieher müsse sich über bevorstehende Änderungen informieren.

Auf die Frage, was passiert, wenn ganz viel Bürger das einfach nicht mitbekommen, kam „dann haben diese Familien Pech gehabt“. Bitte informiert Euch (bei Google über das Stichwort „Kindergeld 2016“ gibt es ganz viele Infos) und gebt die Info möglichst schnell an Betroffene weiter!“

Soweit so dramatisch. Aber wie sieht es mit dem Wahrheitsgehalt dieser Botschaft aus? Müssen Eltern wirklich fürchten, dass ihnen 2016 das Kindergeld gestrichen wird, sofern sie nicht schnellstmöglich die passenden Steuer-identifikationsnummern angeben?

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WhatsApp-Nachricht zum Kindergeld 2016 ist ein Fake

Eigentlich sollte jedem klar sein, dass man bei Botschaften wie der jetzigen WhatsApp-Nachricht zum Kindergeld 2016 immer vorsichtig sein sollte. Die Message mag im ersten Moment zwar relativ glaubwürdig klingen klingt, es fallen aber sofort einige Mängel auf:

  • Es werden keine Quellen genannt, obwohl weitreichende Behauptungen aufgestellt werden.
  • Die Behauptung, dass die Familienkasse keine Informationen zu diesen drastischen Änderungen beim Kindergeld 2016 veröffentlicht, ist unglaubwürdig.
  • Die Aufforderung, die Nachricht an so viele Leute wie möglich zu verbreiten, erinnert an einen Kettenbrief.

Die Informationen, die in der WhatsApp-Nachricht verbreitet werden, sind zudem schlichtweg falsch. Deshalb müsst ihr euch auch keine Sorgen machen. Es handelt sich hierbei um einen Fake. Lest im nächsten Absatz, wie es wirklich mit dem Kindergeld 2016 aussieht.

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Kindergeld 2016 - das stimmt wirklich

Die Regelungen zum Kindergeld werden ab 2016 zwar tatsächlich geändert, allerdings muss niemand befürchten, dass das Kindergeld gestrichen wird, wenn man die Steueridentifikationsnummer nicht bis Ende des Jahres angibt. Das Gegenteil ist der Fall: Eltern haben noch das ganze Jahr 2016 Zeit die Steueridentifikationsnummer anzugeben. Die Drohung, dass der Dezember 2015 ein Stichdatum wäre, ist also falsch.

Eltern, die die Steuer-Identifikationsnummern nicht angegeben haben, werden 2016 zudem von der zuständigen Familienkasse informiert, sodass sie genau Bescheid wissen, wenn sie etwas nachreichen müssen. Das gilt selbst für neugeborene Kinder, für die Eltern Kindergeld beantragen. Auch in diesem Fall werden sie von der zuständigen Familienkasse informiert, fall sie vergessen die Steuer-Identifikationsnummern anzugeben.

Alle Informationen zum Kindergeld 2016 findet ihr in diesem Artikel: Kindergeld 2016: Änderung - Auszahlung nur mit Steuer-Identifikationsnummer. Darüber hinaus bietet auch die Bundesagentur für Arbeit eine entsprechende Informationsseite zum Kindergeld 2016.

WhatsApp Artikelbild

WhatsApp-Kettenbriefe und falsche Facebook-Nachrichten

Auf WhatsApp oder Facebook werden immer wieder Fehlinformationen verbreitet. Kürzlich sorgte z.B. eine Meldung für Aufsehen, in der es hieß, dass Facebook in Deutschland gesperrt würde. Darüber hinaus tauchen von Zeit zu Zeit verschiedene Kettenbriefe auf, die den Leser abzocken oder betrügen wollen. Zum Glück gibt es heutzutage Google - mit Hilfe des Internets lassen sich solche Fehlinformationen meist schnell entlarven. Außerdem empfiehlt es sich, den gesunden Menschenverstand einzuschalten: In den meisten Fällen sind solche Nachrichten relativ offensichtlich zu durchschauen, wenn man einen Moment darüber nachdenkt.

Bildquellen: Katy Spichal, PeJo

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