WhatsApp: Messenger macht Verluste im ersten Halbjahr, Konzernmutter Facebook ist es egal

Kaan Gürayer 18

Sie war eine der teuersten Übernahmen in der IT-Geschichte: Für 19 Milliarden US-Dollar hat Facebook im vergangenen Februar WhatsApp übernommen. Noch macht sich der Mega-Deal aber nicht bezahlt, ganz im Gegenteil: Im ersten Halbjahr 2014 hat WhatsApp einen Verlust von 230 Millionen US-Dollar vermeldet. Facebook stört das aber wenig: Das Soziale Netzwerk ist erst einmal interessiert, die Nutzerzahlen zu steigern. Die Monetarisierung erfolgt später.

WhatsApp: Messenger macht Verluste im ersten Halbjahr, Konzernmutter Facebook ist es egal

Laut Mark Zuckerberg, CEO von Facebook, werden Internetdienste als Geschäftsmodell erst dann interessant, wenn sie mindestens eine Milliarde Nutzer haben. Mit WhatsApp ist der Social Network-Riese zumindest hinsichtlich der Nutzerzahlen auf einem guten Wege: Hat man im April diesen Jahres noch die Marke von einer halben Milliarde Nutzer geknackt, waren es im August bereits 600 Millionen – heute dürften die Zahlen noch höher liegen. In diesem Sinne war die Übernahme von WhatsApp, die vor kurzem von der Europäischen Kommission offiziell ihren Segen bekommen hat, auch eine Wette auf die Zukunft: Erst einmal wachsen und eine riesige Nutzerschaft aufbauen, um sich anschließend um die Monetarisierung zu kümmern. Das hat Mark Zuckerberg bereits mit Facebook so gemacht, danach mit Instagram und jetzt ist WhatsApp an der Reihe. Dass WhatsApp dabei Verluste einfährt und in den ersten sechs Monaten 2014 bei einem Umsatz von 15 Millionen US-Dollar ein Minus von 230 Millionen US-Dollar bekanntgab, ist für die Konzernmutter kaum von Bedeutung. Wie sehr sich Facebook von den Verlusten nicht abschrecken lässt und sich knallhart auf das Wachstum der Nutzerzahlen konzentriert, zeigen auch die Aussagen von WhatsApp-CEO Jan Koum: Ihm zufolge wurden die Bemühungen, mit dem Messenger Geld zu verdienen, unmittelbar nach der Übernahme durch Facebook komplett eingestellt. In den nächsten Jahren sollen erst einmal die Nutzerzahlen gesteigert werden, Geld verdienen wird man nach Koum frühestens in fünf Jahren. Interessanterweise stammt der Großteil der Verluste aus Aktienoptionen, die WhatsApp seinen Mitarbeitern gewährt. So eine riesige Geldvernichtungs-Maschine ist der so beliebte Messenger also dann doch nicht.

Derzeit ist WhatsApp werbefrei, nach einem Jahr müssen Nutzer eine Gebühr in Höhe von 0,89 Cent zahlen, um den Messenger ein Jahr weiter zu nutzen. Laut Jan Koum gebe aktuell auch keine Pläne, daran etwas zu ändern und Werbung in WhatsApp zu platzieren. Das mag zwar stimmen, dennoch: Facebook verdient sein Geld hauptsächlich nun einmal mit Werbung. Es dürfte daher höchst unwahrscheinlich sein, dass WhatsApp als Facebook-Produkt auf Dauer werbefrei bleibt.

Nutzt ihr WhatsApp? Oder seid ihr auf eine der vielen Alternativen umgestiegen? Meinungen und Wortmeldungen bitte in die Kommentare.

Quelle: Wall Street Journal Digits Blog [via mobiFlip]

► Tipp: Mit der WhatsApp-Prepaid-SIM immer WhatsAppen – auch ohne Guthaben

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