WhatsApp: Sicherheitslücke wird in offizieller Stellungnahme bagatellisiert

Rafael Thiel

Dass WhatsApp regelmäßig mit Sicherheitsproblemen zu kämpfen hat, dürfte für viele unserer Leser keine Neuigkeit mehr sein. Erst gestern berichteten wir über eine Lücke, welche es anderen Apps theoretisch erlaubt, auf die Nachrichtenhistorie des Messengers zuzugreifen. Diese Meldung machte in zahlreichen Medien die Runde, weswegen WhatsApp es für nötig erhielt, sich offiziell zu den Vorwürfen zu äußern – und diese herunterzuspielen.

Eine lapidare und unverdächtige Berechtigung, die jede Applikation bei der Installation einholen kann, ermöglicht es, den praktisch ungeschützten Nachrichtenverlauf von WhatsApp einzusehen. Aufgrund der enormen Popularität, derer sich der Dienst auch in Deutschland erfreut, berichteten selbst größere Nachrichten-Seiten über die Problematik. In Kalifornien sah man sich genötigt, eine Stellungnahme zum Thema abzugeben.

Ein Sprecher der WhatsApp Inc. gab folgendes zu Protokoll (Übersetzung von uns):

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Das können andere Messenger besser als WhatsApp

Wir sind uns der Berichten bezüglich einer Sicherheitslücke bewusst. Allerdings sind diese übertrieben und stellen die Sachlage nicht korrekt dar. Unter normalen Umständen sind die hinterlegten Daten auf dem Gerät nicht einsehbar. Abgesehen davon, setzt sich ein Smartphone-Nutzer selbst einem Risiko aus, wenn Schadsoftware oder Viren heruntergeladen werden. Wie gewohnt, empfehlen wir allen WhatsApp-Nutzern, regelmäßig ihre Software zu aktualisieren, um sicherzustellen, dass diese über die aktuellsten Sicherheitsupdates verfügt. Außerdem raten wir Nutzern dazu, lediglich vertrauenswürdige Software von seriösen Anbietern herunterzuladen. Die aktuelle Version von WhatsApp im Google Play Store wurde aktualisiert, um unsere Nutzer auch weiterhin gegen böswillige Anwendungen zu schützen.

Mit anderen Worten: WhatsApp weist die Schuld von sich und betont, dass man nicht dafür verantwortlich sei, wenn ein Nutzer sich und seine Daten einem Risiko aussetze, indem er mutwillig Schadsoftware auf seinem Gerät installiert, welche möglicherweise auf dessen Daten zugreift. Anstatt sich einzugestehen, dass man den Nachrichtenverlauf schwerer zugänglich hätte machen müssen und dies für die Zukunft umzusetzen beabsichtige, bagatellisiert WhatsApp dieses Sicherheitsleck und dementiert den Vorwurf, übermäßig unverantwortlich mit seinen Daten umzugehen.

Die aktuellste Version bringt – neben weiteren neuen Features – zwar Datenschutz-Einstellungen gegenüber seinen Kontakten, allerdings keine komplexere Verschlüsselung respektive ein exklusiv nur der WhatsApp-App zugänglicher Speicherort für die Nachrichten. An dieser Stelle weisen wir nochmal auf die – in unseren Augen – besten Alternativen zu WhatsApp – darunter auch Dienste, die ihre Datenpakete nicht nur lokal sondern auch beim Sendevorgang verschlüsseln. Eine weitere in dem Artikel nicht genannte WhatsApp-Alternative ist die App TextSecure, die wir in Kürze genauer betrachten werden.

Quelle: TechCrunch

► Tipp: Mit der WhatsApp-Prepaid-SIM immer WhatsAppen – auch ohne Guthaben

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