Kaum eine App findet sich auf so vielen Smartphones wieder wie WhatsApp. Die Anwendung kann kostenlos genutzt werden. Da stellt sich die Frage, wie die Macher von WhatsApp überhaupt Geld verdienen?

 
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In den Anfangsjahren musste für die Nutzung von WhatsApp noch eine jährliche beziehungsweise einmalige Lifetime-Gebühr bezahlt werden. Anfang 2016 wurde auf ein komplett kostenloses Modell umgestellt. Gibt es da überhaupt Einnahmequellen für die WhatsApp-Macher?

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Facebook verdient mit WhatsApp kein Geld

Für die Erfinder von WhatsApp, Jan Koum und Brian Acton, hat sich die Entwicklung des Messengers gelohnt. 2014 wurde WhatsApp von Facebook aufgekauft. Beide sind seitdem Multimillionäre. Bis heute hat Facebook nichts am Konzept von WhatsApp geändert, sodass die Anwendung auch 2022 noch komplett gratis ist. Anders sieht es zum Beispiel bei Telegram aus, wo man nach einer langen Gratis-Phase nun mit „Telegram Premium“ einige Sonder-Features kostenpflichtig anbietet.

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Immer wieder gibt es Gerüchte, wonach sich das auch bei WhatsApp in Zukunft ändern könnte. Was hat Facebook also aktuell von WhatsApp?

  • Die Übernahme von WhatsApp kostete Facebook knapp 20 Milliarden US-Dollar. Das sind zwar keine Peanuts, aber auch keine allzu riskante Investition für Facebook.
  • Derzeit fährt WhatsApp noch Verluste ein.
  • Mit der Investition verhindert Facebook jedoch, dass der massive Benutzerstamm unter Umständen einem direkten Konkurrenten in die Hände fällt. WhatsApp wird auch 2022 von mehr Nutzern verwendet als der hauseigene Facebook-Messenger. So nimmt man ein Minus in Kauf, um zu verhindern, dass Google, Microsoft oder ein anderer Online-Riese vom beliebten Messenger profitieren können.
  • Mit den vielen Daten bekommt der Mutterkonzern zudem umfangreiche Daten in die Hände. Dazu gehören zum Beispiel Kontakte,, Standortdaten und andere persönliche Informationen.

Einnahmen durch Werbung und Zusatzservices?

Schon bald könnte der Geldhahn für Facebook in WhatsApp ordentlich aufgedreht werden. So gibt es schon seit längerem Gerüchte darüber, dass Werbung in der Messenger-App eingeblendet wird. Wie die Anzeigen aussehen werden, ist noch nicht bekannt. Möglicherweise bleiben die Chats weiterhin werbefrei, während Werbung im aufgefrischten Status-Bereich geschaltet wird. Die Gründer Jan Koum und Brian Acton haben sich stets gegen Werbung in der App ausgesprochen, das Unternehmen allerdings inzwischen verlassen.

Neben Werbeeinnahmen möchte Facebook auch über Unternehmen Geld verdienen. So sollen Firmenkunden den Dienst gegen eine Gebühr nutzen können, um in Kontakt mit Kunden zu treten. Denkbar wäre zum Beispiel der Einsatz im Support. Online-Händler könnten über diesen Weg Werbung für eigene Angebote machen. Mit WhatsApp for Business gibt es bereits eine eigenständige Anwendung, die in diese Richtung geht und sich vor allem an kleinere Unternehmen richtet. Einige Funktionen lassen sich nur kostenpflichtig nutzen.

Denkbar ist darüber hinaus, dass WhatsApp um Zusatzdienste erweitert wird, die kostenpflichtig sein werden. Der in China größte Messenger WeChat macht dies vor. Gab es hier anfangs auch nur eine Chat-Funktion, ist WeChat inzwischen eine Allrounder-App, über die Nutzer zum Beispiel Taxis bestellen, Reisen buchen oder Geld überweisen. Über diese Services erhält WeChat Einnahmen.

Fazit: Noch setzt Facebook durch sein komplett kostenloses Modell ausschließlich auf ein Nutzerwachstum. Bleibt abzuwarten, wie die rund 1,5 Milliarde Nutzer des Dienstes zu Geld gemacht werden können.

Akzeptiert ihr Werbung in WhatsApp? Wollt ihr lieber eine kostenpflichtige Variante, die werbefrei bleibt? Oder ist ein WhatsApp mit Werbung für euch ein komplettes „No-Go“?

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