YouTube-Apps für Android und iOS spielen Videos mit 60 FPS ab

Frank Ritter 2

YouTube kann in der Webversion bereits seit rund einem halben Jahr Videos mit 60 Frames pro Sekunde anzeigen, die Option wurde stellenweise auch schon in der Android-App angezeigt. Nun wird das Feature endlich global ausgerollt – sowohl für Android-, als auch iOS-Geräte. Auf Wunsch könnt Ihr ab sofort YouTube-Clips auch mobil noch flüssiger genießen.

Über den Twitter-Kanal „YouTube Creators“ kündigte Google die neue Funktion lapidar an: YouTube-Clips können nun auch in den mobilen Apps für iOS und Android mit 60 FPS – also Einzelbildern in der Sekunde – angezeigt werden. In einem kurzen Test ließen sich bei uns prompt Videos sowohl auf einem Galaxy S6 als auch einem iPhone 6 mit der höheren Bildwiederholrate abspielen.

Wer das neue Feature ausprobieren möchte, muss lediglich bei einem Video, das bei YouTube in einer 60 FPS-Version vorliegt, im Overflow-Menü (die drei vertikal angeordneten Punkte rechts oben) über das Zahnrad-Icon die Videoqualitäts-Einstellungen aufrufen und dort entweder die Option 720p60 oder 1080p60 aktivieren. Wer auf der Suche nach entsprechendem Material ist, kann einfach „60 fps“ in die YouTube-Suche eingeben oder sich diese kurze Testaufnahme anschauen, die wir mit dem HTC One M9 aufgezeichnet haben.

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60 FPS-Videos bei YouTube: Vorteile und Nachteile

Videoclips mit 60 FPS wirken flüssiger und realistischer als solche, die in den gängigen Bildwiederholraten von 24, 25 oder 30 FPS aufgenommen wurden. Insbesondere bei Videos mit viel Bewegung und schnellen Schwenks ist der Unterschied offenbar. Von Vorteil ist dabei auch, dass 60 FPS auch exakt mit der Bildwiederholrate von 60 Hz korrespondieren, die praktisch alle aktuellen Smartphone- und Tablet-Displays aufweisen und somit Mikroruckler vermieden werden. Zudem sind auch immer mehr High-End-Smartphones in der Lage, Videos in 60 FPS aufzunehmen. Schließlich liegt auch Gaming-Content häufig in 60 FPS vor. Da Google YouTube zukünftig auch als Gamestreaming-Netzwerk in Konkurrenz zu Twitch platzieren will, ergibt die (serverseitige) Freischaltung dieses Features also Sinn.

60 FPS-Clips haben freilich auch Nachteile: Zum einen ist deren Bitrate deutlich höher, das heißt beim Anschauen müssen wesentlich mehr Daten übertragen werden. Zum anderen sind das menschliche Auge und Gehirn insbesondere bei Filmen an niedrige Bildraten gewöhnt. Höhere FPS-Zahlen können so ironischerweise „zu realistisch“ und weniger filmisch wirken. Die Diskussion um die in 48 FPS ausgestrahlten Hobbit-Streifen zeigte seinerzeit, dass den Zuschauern zumindest eine Gewöhnungsleistung abverlangt wird.

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