Z Launcher: Unabhängige Nokia-Sparte veröffentlicht Launcher für Android

Rafael Thiel

Microsoft hat bekanntlich den Smartphone-Hersteller Nokia zu einem Gutteil übernommen, nicht jedoch die finnische Technologie- und Software-Sparte, die als „Startup“ unabhängig weiteragieren kann. Ebenjenes Team hat nun gestern den sogenannten Z Launcher veröffentlicht, einen intelligenten Homescreen für jeden Androiden – das ist zumindest das Ziel, denn bislang handelt es sich um eine Pre-Beta-Version mit diversen Limitierungen.

Mit der Elefantenhochzeit letzten Herbst sicherte sich Microsoft nahezu alle Geschäftszweige von Nokia, dem einstigen Stern am Himmel der Mobilfunkbranche. Nicht darunter: Eine proprietäre Technologie- und Software-Abteilung, welche seit jeher unabhängig arbeitet, die Smartphones der Finnen jedoch regelmäßig mit Software- und Hardware-Features versorgt und ausgestattet hat. Da diese Gruppe aus unter anderem höchst fähigen Entwicklern nunmehr als unabhängiges Unternehmen – man möchte fast schon Startup sagen – unter dem Markennamen Nokia weiterarbeiten kann, sind diese nicht mehr an eine etwaige übergeordnete Marktpolitik gebunden – und dürfen endlich auch Android mit ihren Produkten bereichern.

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Ein solches ist der gestern veröffentlichte Z Launcher, der den Anspruch hat den Benutzer kontextuell das richtige „Werkzeug“ an die Hand zu geben und der sich überdies von einem klassischen Homescreen signifikant unterscheidet. Das ist auch nötig, denn mit Aviate, das mittlerweile von Yahoo übernommen wurde, oder auch dem Lockscreen-Ersatz Cover, welches wiederum seit kurzem zu Twitter gehört, gibt es bereits allerhand Alternativen in puncto kontextbezogene Launcher. Diese Anwendungen unterscheiden sich in ihrer „Intelligenz“ kaum voneinander: Zunächst wird das Nutzungsverhalten beobachtet, dann wird versucht anhand der gesammelten Daten stets die richtigen Apps und Informationen zum richtigen Zeitpunkt „griffbereit“ auf dem Bildschirm des Smartphones zu platzieren. Mehrere Homescreens zum Durchwischen gibt es nicht.

Insofern scheint der Z Launcher mit seiner stets präsenten Liste bestehend aus Applikationen und Kontakten keine allzu große Besonderheit darzustellen. Jene ist jedoch Liste einerseits selbstverständlich dynamisch und passt sich an Ort, Zeit und Nutzung des Smartphones an und ist darüber hinaus in gewisser Weise sensitiv. Denn der Benutzer kann durch Wischgesten einen oder sogar mehrere Buchstaben auf den Homescreen schreiben und der Z Launcher sucht in Echtzeit das Telefon danach ab – das umfasst Anwendungen, Kontakte, Browser-Verläufe und mehr. Auch das ist nicht gänzlich neu, ist auf Android etwa sogar Google Now dazu in der Lage, jedoch befindet sich der Z Launcher noch immer in der aktiven Entwicklung und kombiniert kontextbezogene Ergebnisse mit einer umfassenden Telefonsuche.

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Der Z Launcher ist vorerst nur außerhalb des Play Stores auf der eigens eingerichteten Webseite von Nokia verfügbar. Dort muss sich jeder Interessent mit einem Google-Account anmelden, um zum Download zu gelangen. Kurioserweise werden Smartphones mit Root nicht unterstützt. Allerdings kann etwa über das Xposed-Modul RootCloak (XDA-Forum) diese Hürde elegant umschifft werden.

Könnt ihr dem Z Launcher etwas abgewinnen – die Pre-Beta-Veröffentlichung im Hinterkopf – oder verfolgt das unabhängige Nokia-Team hier nur denselben Ansatz wie die Konkurrenz? Schreibt uns eure Meinung dazu in die Kommentare.

Quelle: Z Launcher [via The Verge]

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