Im Terminal ist „ls“ einer der wichtigsten Befehle, um Ordner- und Dateinamen aufzulisten. Der LS-Befehl lässt sich aber noch stark verbessern. Wie ihr mehr Farbe und Power in „ls“ bekommt, zeigen wir euch hier für Ubuntu-basierte Linux-Distributionen wie Ubuntu, Linux Mint und Pop!_OS.

Die ersten Tipps zeigen, was man mit dem ls-Befehl alles machen kann. Die letzten beiden Tipps zeigen, wie ihr den ls-Befehl farbenfroher gestaltet.

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Versteckte Dateien und Verzeichnisse auflisten

Der Terminal-Befehl „ls“ zeigt standardmäßig keine versteckten Dateien oder Verzeichnisse an. Allerdings könnt ihr das ändern, indem ihr hinten die Befehlszeilenoption „-a“ (all) anhängt.

ls -a

Mit „ls -a“ zeigt das Terminal auch versteckte Ordner und Dateien an. Bild: GIGA
Mit „ls -a“ zeigt das Terminal auch versteckte Ordner und Dateien an. Bild: GIGA

Einträge „ . “  und „ .. “ nicht anzeigen

Der Befehl „ls -a“ zeigt oben in der Auflistung auch die Einträge für das aktuelle und vorherige Verzeichnis an, die mit einem Punkt (.) und zwei aufeinanderfolgenden Punkten (..) gekennzeichnet werden. Wenn ihr euch die Anzeige dieser Einträge sparen möchtet, benutzt einfach die Befehlszeilenoption „-A“ (almost-all).

ls -A

Der Befehl „ls -A“ blendet die ersten beiden Einträge (.) und (..) im Gegensatz zu „ls -a“ aus. Bild: GIGA
Der Befehl „ls -A“ blendet die ersten beiden Einträge (.) und (..) im Gegensatz zu „ls -a“ aus. Bild: GIGA

Dateien und Verzeichnisse in umgekehrter Reihenfolge anzeigen

Standardmäßig zeigt „ls“ Dateien und Verzeichnisse in alphabetischer Reihenfolge an. Ihr könnt es in umgekehrter Reihenfolge anzeigen lassen mit der Befehlszeilenoption „-r“ (reverse).

ls -r

Der Befehl „ls -r“ gibt die Liste umgekehrt alphabetisch aus. Bild: GIGA
Der Befehl „ls -r“ gibt die Liste umgekehrt alphabetisch aus. Bild: GIGA

Ausgabe nach Datum sortiert anzeigen

Der Befehl „ls“ listet mit dem Befehlszeilenoption „-t“ (time) Dateien und Verzeichnisse nach Datum sortiert auf. Wer die Elemente mit dem jüngsten Datum unten aufgelistet haben möchte, nutzt „-tr“ (time, reverse).

  • ls -t
  • ls -tr
Mit „-t“ werden die jüngsten Daten oben angezeigt. „-tr“ zeigt die ältesten Daten oben an. Bild: GIGA
Mit „-t“ werden die jüngsten Daten oben angezeigt. „-tr“ zeigt die ältesten Daten oben an. Bild: GIGA

Dateien/Ordner mit Details anzeigen

Die Befehlszeilenoption „-l“ (long) listet Dateien und Verzeichnisse mit Zugriffsrechten, Eigentümern, Dateigröße, Datum und Dateinamen auf.

ls -l

Der Befehl „ls -l“ zeigt viel mehr Informationen an. Bild: GIGA
Der Befehl „ls -l“ zeigt viel mehr Informationen an. Bild: GIGA

Dateigrößen in Megabytes statt Bytes anzeigen

Standardmäßig zeigt der Befehl „ls -l“ Dateigrößen in Bytes an. Wer sich diese aber lieber in Megabyte, Gigabyte etc. anschauen möchte, nutzt zusätzlich die Befehlszeilenoption „-h“ (human-readable).

ls -lh

Der Zusatz „-h“ gibt Dateigrößen aus, mit denen Menschen auch etwas anfangen können. Bild: GIGA
Der Zusatz „-h“ gibt Dateigrößen aus, mit denen Menschen auch etwas anfangen können. Bild: GIGA

Nur Dateinamen mit Dateigrößen anzeigen

Während „ls“ nur Datei-/Verzeichnisnamen anzeigt und „ls -l“ sehr viele Informationen mit Dateigröße, kann man sich auch nur die Namen mit Dateigröße auflisten. Dazu nutzt man die Befehlszeileoption „-s“ (size). Wir empfehlen zusätzlich noch „-h“ (human readable).

ls -sh

Mit „-s“ wird zusätzlich die Dateigröße angezeigt. Bild: GIGA
Mit „-s“ wird zusätzlich die Dateigröße angezeigt. Bild: GIGA

Verzeichnisse zuerst auflisten

Der Terminal-Befehl „ls“ listet Ordner und Verzeichnisse gemischt nach Alphabet sortiert auf. Wer zuerst die Ordner anzeigen lassen möchte, nutzt die Befehlszeilenoption „--group-directories-first“.

ls --group-directories-first

Dieser handliche Zusatz listet die Ordner zuerst auf. Bild: GIGA
Dieser handliche Zusatz listet die Ordner zuerst auf. Bild: GIGA

Unterverzeichnisse rekursiv auflisten

Der Befehl „ls“ kann auch Inhalte von Unterverzeichnissen mit anzeigen. Nutzt dazu einfach die Befehlszeilenoption „-R“.

ls -R

Der Befehl listet auch den Inhalt von Unterordnern mit auf. Bild: GIGA
Der Befehl listet auch den Inhalt von Unterordnern mit auf. Bild: GIGA

Was geht noch alles mit „ls“?

Wenn ihr euch alle verfügbaren Befehlszeilenoptionen von „ls“ sehen möchtet, tippt im Terminal den Befehl man ls ein. Scrollt die Liste nach unten, um alles zu überblicken. Mit der Taste „q“ schließt ihr die Übersicht wieder.

Schönere Farben für „ls“

Der Terminal-Befehl „ls“ zeigt standardmäßig zwar einige Einträge farbig an. Aber da geht noch viel mehr: Wir empfehlen das Monokai-Theme für das Gnome-Terminal. Das Gnome-Terminal ist beispielsweise in Ubuntu, Linux Mint und Pop!_OS vorinstalliert. Eines noch vorab: Das Theme ändert die Terminalfarben als Ganzes, nicht nur für den LS-Befehl. Aber das ist so gewollt.

Links die Standardfarben des Terminals aus Linux Mint. Rechts das Monkai-Theme. Bild: GIGA
Links die Standardfarben des Terminals aus Linux Mint. Rechts das Monkai-Theme. Bild: GIGA

Öffnet das Terminal, indem ihr die Tastenkombination [Strg] + [Alt] + [T] drückt. Dafür benötigt ihr aber das kleine Tool „dconf“, das ihr mit folgendem Terminal-Befehl installiert:

sudo apt install dconf-cli

Gebt euer Passwort ein und bestätigt mit [Enter]. Unter Umständen ist das Tool bei euch auch schon vorinstalliert. Außerdem benötigt ihr das Tool „git“, welches ihr wie folgt installiert:

sudo apt install git

Gebt euer Passwort ein und bestätigt mit [Enter]. Danach klont ihr die zugehörige Paketquelle (Repository) des Monokai-Themes mit dem Befehl:

git clone https://github.com/0xComposure/monokai-gnome-terminal

In eurem „Persönlichen Ordner“ wurde nun der Ordner „monokai-gnome-terminal“ mit dem benötigten Inhalt erstellt. Nun wechselt ihr mit folgendem Befehl in den Ordner innerhalb des Terminals:

cd monokai-gnome-terminal

Anschließend installiert ihr das Terminal-Theme mit dem Befehl:

./install.sh

Vermutlich seht ihr nun die Meldung „No profile found“. Bestätigt die Anfrage, indem ihr „yes“ eintippt und mit [Enter] bestätigt, um ein neues Profil im Terminal anzulegen. Nun fragt Linux, welches Terminal-Profil ausgewählt werden soll. Wählt hier die Zahl vor „Monokai“ aus und bestätigt mit [Enter]. Linux fragt, ob ihr sicher seid, das ausgewählte Profil zu überschreiben. Bestätigt erneut mit „yes“ und [Enter]. Schließt das Terminal. Im eurem „Persönlichen Ordner“ könnt ihr nun den Ordner „monokai-gnome-terminal“ löschen, da er nicht mehr benötigt wird. Öffnet danach ein neues Terminal, um es in den Farben des Monokai-Themes zu sehen.

Das Monokai-Theme für das Terminal wurde installiert. Bild: GIGA
Das Monokai-Theme für das Terminal wurde installiert. Bild: GIGA

Zurück zum alten Terminal-Theme

Wenn ihr die Änderungen rückgängig machen möchtet, klickt mit der rechten Maustaste in ein Terminal-Fenster und wählt „Einstellungen“ aus. Neben „Profile“ klickt ihr auf das Plus-Symbol (+) und gebt einen Namen für das neue Profil ein, etwa „Standard“, und bestätigt mit [Enter]. Das neue Profil enthält die Standard-Farben. Klickt auf das neue Profil „Standard“ und dann neben dem Schriftzug „Standard“ auf den kleinen nach unten gerichteten Pfeil. Wählt „Als Vorgabe festlegen“ aus. Schließt das Fenster.

So könnt ihr das Standard-Theme wiederherstellen. Bild: GIGA
So könnt ihr das Standard-Theme wiederherstellen. Bild: GIGA

„exa“ ist das bessere „ls“

Ich selbst habe keine Lust, ständig die benötigten Befehlszeilenoptionen anzugeben, wenn ich mir Dateien/Verzeichnisse auflisten lasse. Außerdem möchte ich eine noch farbenfrohere Anzeige der aufgelisteten Elemente.  Wenn ich beispielsweise in meinem Terminal den Befehl „ls“ eingebe, sieht die Ausgabe automatisch so aus:

Das gibt mein Terminal aus, wenn ich „ls“ eintippe. Bild: GIGA
Das gibt mein Terminal aus, wenn ich „ls“ eintippe. Bild: GIGA

Um diese Ansicht auch zu bekommen, nutzt ihr das Kommandozeilenprogramm „exa“ und erstellt einen „Alias“ für „ls“ samt gewünschter Befehlszeilenoptionen. Und das geht so:

Installiert zunächst den Paketmanager „cargo“, über den sich dann „exa“ installieren lässt. Der zugehörige Befehl lautet:

sudo apt install cargo

Dann installiert ihr „exa“ mit dem Befehl:

cargo install exa

Nun öffnet ihr euer Home-Verzeichnis mit einem Datei-Manager. Lasst euch alle versteckten Dateien anzeigen. Das geht meistens mit der Tastenkombination: [Strg] + [H]. Erstellt nun eine Sicherungskopie der Datei „.bashrc“.

Öffnet die Originaldatei „.bashrc“mit einem Texteditor und fügt oben wie im Screenshot gezeigt die folgende Zeile ein:

PATH=“$HOME/.cargo/bin${PATH:+:${PATH}}“

Hier fügt ihr diese Zeile ein, damit „exa“ später funktioniert. Bild: GIGA
Hier fügt ihr diese Zeile ein, damit „exa“ später funktioniert. Bild: GIGA

Sucht weiter unten in der Datei nun nach der Zeile, die mit „alias ls“ beginnt. Setzt vor diese Zeile ein Rauten-Symbol (#), um sie auszukommentieren. Fügt darüber folgende Zeile ein:

alias ls='exa -l --color=always --group-directories-first‘

Dieser Block sollte bei euch so aussehen. Bild: GIGA
Dieser Block sollte bei euch so aussehen. Bild: GIGA

Speichert die Datei ab und schließt alle geöffneten Terminals. Öffnet ein neues Terminal. Wenn ihr nun „ls“ eingebt, solltet ihr die Ansicht sehen, wie ich sie oben gezeigt habe. Vor allem in Kombination mit dem Monokai-Theme sehen das Terminal und der LS-Befehl jetzt richtig gut aus.

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