Mit den Bewertungen bei Amazon steht oder fällt in vielen Fällen eine Kaufentscheidung. Kein Wunder also, dass manch Hersteller Wege sucht, die Rezensionen für das eigene Produkt möglichst schön zu halten. Immer wieder gibt es Fake-Rezensionen beim Online-Händler. Doch wie lassen sich diese gefälschten Bewertungen bei Amazon erkennen?

 
Amazon
Facts 

Der Online-Händler geht immer wieder gegen Fake-Rezensionen vor, wenn sie denn in großem Stil erkannt werden. So hat es zuletzt den einen oder anderen größeren Hersteller erwischt, der seine Produkte nicht mehr bei Amazon listen darf. Zudem wurde die Bewertung für Kunden vor einiger Zeit vereinfacht, um ein aussagekräftigeres Gesamtbild zu erhalten und Einzel-Bewertungen zu entkräften. Aber auch Amazon kann nicht alle gefälschten Bewertungen herausfiltern. Mit einigen Tipps lassen sich Fake-Rezensionen aber erkennen.

Bilderstrecke starten(19 Bilder)
Einkaufen bei Amazon: Diese 18 Tricks muss jeder kennen

Fake-Rezensionen mit ReviewMeta finden

Mit dem Tool „ReviewMeta“ gibt es einen Dienst, der dabei helfen will, gefälschte Amazon-Reviews zu erkennen. Die Anwendung untersucht Rezensionen nach 15 unterschiedlichen Kriterien und filtert verdächtige Vertreter heraus. Anschließend erhaltet ihr eine „bereinigte“ Bewertung. Dabei werden vor allem Rezensenten unter die Lupe genommen. So wird etwa untersucht, ob ein Verfasser ausschließlich Bewertungen zu Produkten eines Herstellers schreibt oder gar keinen verifizierten Kauf aufweisen kann.

Auch Textbausteine, die von einem Schreiber in unterschiedlichen Bewertungen verwendet werden, werden hier untersucht. Das Tool checkt zudem, ob von einem Verfasser bereits in der Vergangenheit Bewertungen gelöscht wurden. So könnt ihr schnell Produkte mit Fake-Rezensionen bei Amazon ausfindig machen:

  1. Öffnet das Angebot von ReviewMeta im Browser. Alternativ gibt es den Service auch als Browser-Addon.
  2. Fügt die URL des Amazon-Produkts ein und tippt auf das Suchfeld.
  3. Im nächsten Schritt seht ihr neben der bei Amazon aufgeführten auch die „saubere“ Bewertung des Produkts.
  4. Ihr könnt euch im Ergebnis anzeigen lassen, warum bestimmte Rezensionen für die Gesamt-Bewertung herausgefiltert wurden.
Hier wurden viele Bewertungen herausgefiltert. Ob da geflunkert wurde? (Bildquelle: ReviewMeta)

Das Tool wird kontinuierlich ausgebaut. Wird für euer Produkt mit einer URL aus dem deutschen Amazon-Store kein Ergebnis gefunden, sucht nach dem Artikel bei Amazon.com und nutzt diese URL.

So könnt ihr mit Amazon Prime sparen (Video):

Amazon Prime: Die 9 größten Vorteile im Überblick Abonniere uns
auf YouTube

Gefälschte Bewertungen bei Amazon: Darauf solltet ihr achten

Auch ohne Tool kann man die eine oder andere gefälschte Sterne-Bewertung herausfischen. Die nachfolgenden Hinweise sind natürlich keine klaren Indizien dafür, dass es sich um Fake-Bewertungen handelt. Allerdings könnt ihr hieraus vielleicht die eine oder andere verdächtige Rezension herausfiltern:

  • Meist verfasst ein Profil viele Fake-Bewertungen. Ihr könnt bei Amazon direkt einsehen, welche Rezensionen ein Verfasser sonst noch so geschrieben hat. Findet ihr hier verhältnismäßig viele gute Bewertungen, die auch noch innerhalb kürzester Zeit erstellt wurden, handelt hier vermutlich jemand nicht ganz im eigenen Interesse, sondern im Auftrag anderer.
  • Auch wenn ein Nutzer nur Produkte eines bestimmten Anbieters oder ausschließlich einer Kategorie bewertet, dürfte das Ergebnis gefälscht sein.
  • Werft einen genauen Blick auf den Schreibstil. Vor allem bei längeren Produktnamen wirkt es unnatürlich, wenn die Bezeichnung immer wieder vollständig ausgeschrieben wird.
  • Generell solltet ihr bei einem sehr werblichen Sprachstil skeptisch sein.
  • Überprüft auch das Verhältnis von 1- und 5-Sterne-Bewertungen. Wurde ein Produkt in 90 % der Fälle schlecht bewertet, wirkt es verdächtig, wenn andere Kunden plötzlich vollends zufrieden damit sein sollen.
  • Schaut euch die Namen der Rezensenten an. Sind unter den Verfassern verdächtig viele Nutzer mit Namen aus einem bestimmten Sprachraum, könnte es sich hierbei auch um ein Produkt mit gefälschten Bewertungen handeln.
  • Auch sehr lange und ausführliche Beschreibungen könnten ein Indiz dafür sein, dass die Bewertung gefälscht ist, besonders, wenn die Rezension über eine normale Bewertung hinausgeht.
  • Der Banner „verifizierter Kauf“ gibt an, dass das Produkt von dem Rezensenten über Amazon gekauft wurde. Das könnte ein Anzeichen sein, dass es sich um eine ehrliche Bewertung handelt. Allerdings haben auch Hersteller Wege gefunden, dieses Zeichen für sich zu nutzen.
  • Verlasst euch nicht nur auf Amazon-Bewertungen, sondern nehmt andere Quellen für die Einschätzung zur Hand. Bei GIGA findet ihr zum Beispiel viele Kaufberatungen zu Produkten unterschiedlicher Kategorien, geschrieben von TECH-Experten.

 

Ein weiterer Tipp, um zu erfahren, ob das Produkt wirklich so gut ist, wie beschrieben: Schaut euch nicht lediglich die 5-Sterne-Bewertungen an, sondern lest auch die 4-Stern-Bewertungen durch und werft natürlich auch mehr als einen Blick auf die schlechteren Meinungen. Werden Bewertungen gekauft, will man natürlich die Bestnote abstauben. Ehrlich Rezensenten sind vielleicht nicht ganz so euphorisch über ein Produkt.

Sind Fake-Bewertungen strafbar?

Bei Facebook oder auf anderen Plattformen stößt ihr möglicherweise selbst auf Anbieter, bei denen ihr angeblich Bewertungen schreiben und damit Geld verdienen könnt. Lasst lieber die Finger davon. Der Amazon-Algorithmus wird in der Hinsicht immer weiter verbessert und erkennt unnatürliche Rezensionen. Wird bei euch ein unnatürliches Bewertungsverhalten festgestellt, kann euch die Berechtigung zum Schreiben neuer Rezensionen entzogen oder sogar der ganze Amazon-Account gesperrt werden. Der Verkauf von Bewertungen ist rechtswidrig und auch als Verfasser könntet ihr euch auf strafbares Gebiet begeben.

25 Jahre Amazon: Wie gut kennst du das Geburtstagskind?

Du willst keine News rund um Technik, Games und Popkultur mehr verpassen? Keine aktuellen Tests und Guides? Dann folge uns auf Facebook oder Twitter.