Hin und wieder findet man im Netz Anbieter, bei denen man eine „Amazon Retouren-Palette“ kaufen kann. Lohnt sich sowas? Wie sind die Erfahrungen mit solchen Paletten? Und wo kann man sowas überhaupt bestellen?

 
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Paletten dieser Art sind Wundertüten in großer Form. Man weiß nicht, was drin ist und hat die Hoffnung, teure Geräte wie ein iPhone zum kleinen Preis zu erhalten. Blind sollte man solche Paletten allerdings nicht kaufen.

Amazon: Retouren als Palette kaufen

Kauft man online etwas bei Amazon und Co. ein, kann man den Artikel ohne Angabe von Gründen innerhalb von 14 Tagen zurückschicken. Das ist für Kunden bequem, für den Händler ergeben sich aber Probleme, da man einige dieser Retouren nicht mehr als Neuware wieder verkaufen kann. In einigen Fällen werden solche zurückgeschickten Artikel zu Paketen zusammengepackt und als Palette weiterverkauft. Diese Retourenpaletten von Amazon sind also kein Mythos, sondern existieren wirklich. Allerdings gilt es, solche Angebote nicht bei unbekannten Plattformen zu kaufen, da auch in diesem Bereich viele Betrüger unterwegs sind. Auch bei seriösen Anbietern geht die Chance aber gegen Null, ein zurückgeschicktes, aktuelles iPhone oder anderes Premium-Gerät in solch einer Palette zu finden.

Amazon: Hier werden Retoure-Artikel verkauft

Nachdem ein gekaufter Artikel von einem Kunden zu Amazon zurückgeschickt wird, wird der Artikel mehreren Prüfungen unterzogen. Je nach Zustand wird die Ware neu verpackt oder repariert. In vielen Fällen gehen solche Artikel bei Amazon in die „Amazon Warehouse Deals“ oder in den hauseigenen „Outlet-Shop“. Dort kann man neuwertige Artikel zu einem günstigeren Preis kaufen. Gut erhaltene und nachgefragte Artikel dürften also vor allem dort landen und zu einem Preis verkauft werden, der sich auch für Amazon noch in gewissem Maße lohnt.

Andere, aussortierte Artikel kann Amazon auf der offiziellen Plattform für neuwertige Artikel verkaufen. Wer darüber handelt, muss aber klare Regeln befolgen. Eine davon ist, dass man bei einem Weiterverkauf den Namen von Amazon nicht verwenden darf. Wer also über den offiziellen Weg B-Waren-Paletten von Amazon bezieht und sie später als „Amazon Palette“ verkauft, verstößt gegen diese Bedingungen und wird von der Plattform ausgeschlossen. Seriöse Händler für B-Ware würden dieses Risiko nicht in Kauf nehmen.

Vorsicht vor unseriösen Anbietern

Vor allem bei Facebook finden sich aber Anzeigen, die entsprechende Paletten mit dem Markennamen des berühmten Online-Shops verkaufen wollen. Hierbei handelt es sich in der Regel um unseriöse Angebote. Ähnlich wie bei den „nicht abgeholten Amazon-Artikeln“, die angeblich zum Verkauf stehen, wird man hier auf eine Seite gelockt, bei der man entweder private Daten leichtfertig aus der Hand gibt oder Pakete mit minderwertiger Ware erhält.

Amazon bietet derzeit noch kein Prüfprogramm für seriöse Händler mit Retourenpaletten. Man kann also bei Anbietern nicht erkennen, ob sie mit Amazon zusammenarbeiten beziehungsweise ob der Palettenhandel gewünscht ist. Vor allem bei eBay, aber auch bei Amazon selbst finden sich viele Verkäufer von „Retouren Paletten“. Genauso wie bei den „Mystery Boxen“ sollte man sich aber die Bewertungen der Händler genauestens anschauen. Während Artikelbilder oft hochwertige Geräte wie iPhones, PlayStation-5-Konsolen oder MacBooks zeigen, liest man in den Rezensionen häufig Begriffe wie „Müll“ und „Schrott“. Bei unbekannten Händlern sowie Anbietern mit nur sehr wenigen Bewertungen solltet ihr also keine Pakete kaufen. Stößt ihr auf einen Online-Shop, der Retoure-Artikel anbietet, überprüft auf einer unabhängigen Seite wie Trustpilot, wie die bisherigen Käufererfahrungen so waren. Seriöse Anbieter verkaufen Amazon-Retouren normalerweise nicht als Palette. Stattdessen greifen sie auf dem offiziellen Weg per Auktion auf diese Artikelsammlungen zu und verkaufen die Artikel einzeln weiter.

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