ArcheAge Unchained: Ein MMO feiert sein Pay2Win-freies Comeback – mit Erfolg?

Emily Schuhmann

Vor fünf jahren erschien ArcheAge auf der Bildfläche und ist auch noch immer spielbar. Unchained ist im Kern dasselbe Spiel, worin unterscheidet es sich also von der Urversion?

ArcheAge: Unchained - Official Trailer.

Das MMORPG-Genre ist tot! Diese Behauptung macht schon seit Jahren die Runde, aber wenn dem wirklich so wäre, warum stürzen sich Spieler dann zu tausenden auf jede Neuheit in diesem Sektor? Pünktlich zur Veröffentlichung am 15. Oktober wurde auch die Server von ArcheAge Unchained von einer Spielerflut überrollt und sogar die teilweise happigen Wartezeiten schreckten die Massen nicht ab.

Superlative gibt es aber nicht nur drumherum, sondern auch im koreanischen Sandbox-MMO. Zwei Fraktionen, sechs Rassen, zwölf Spezialisierungen, 22 Berufe und 220 Klassen. Das ist kein Tippfehler. In AA Unchained gibt es eben nicht nur die üblichen Paladine, Waldläufer und Zauberer, sondern ihr könnt drei der zwölf Spezialisierungen zu einer eigenen Klasse kombinieren. Manche Kombinationen sind selbstverständlich besser als andere, aber theoretisch ergibt sich so diese gigantische Zahl.

Mit eurem Helden reist ihr zu Fuß, auf einem Reittier oder per Gleiter völlig frei durch die offene Spielwelt. Vielleicht versucht ihr euch als Händler oder als Pirat auf hoher See oder doch als gefürchteter Krieger. Doch Obacht, haltet ihr euch nicht an die Regeln, landet ihr vor einem Gericht aus anderen Spielern, das euch sogar temporäre Spielverbote aufbrummen kann.

Gesetzestreue Spieler dürfen sich mit Dungeons, einem umfangreichen Housing-System und zahlreichen Handwerksberufen amüsieren. PvP darf in einem MMO natürlich auch nicht fehlen und hier sei gesagt, dass ArcheAge Unchained nur begrenzt für Pazifisten geeignet ist, denn die Raufereien mit der anderen Fraktion finden in der normalen Spielwelt statt und es gibt keine designierten PvE-Server.

… Moment mal, gab es das nicht alles schon?

Es war einmal

ArcheAge, damals noch ohne Unchained, kam bereits im September 2014 in den Westen kam. Es erfreute sich in Korea bereits großer Beliebtheit und heimste durch seine Verbindung zu MMO-Gigant Lineage zahlreiche Vorschuss-Lorbeeren ein. Publisher Trion Worlds beeilte sich, dem großen Interesse gerecht zu werden, übernahm sich allerdings, was zu massenweise Server-Problemen und Schwierigkeiten beim Einloggen führte.

Zusätzlich setzte die damalige Variante des Spiels auf ein Bezahlmodell, dass in der westlichen Welt eher unbeliebt ist: Free2Play, kombiniert mit einem, nur dem Namen nach, optionalen Abo und einem extremen Echtgeld-Shop, der vor Pay2Win-Angeboten nur so wimmelte. Im Laufe der Zeit wurde das Spiel sogar so zurechtgebogen, dass Gegenstände aus dem Shop quasi notwendig waren, um überhaupt eine Chance zu haben. Diese Variante von ArcheAge ist noch immer spielbar, aber sie gilt bei vielen MMO-Fans als gutes Spiel, dass wegen Gier und falscher Entscheidungen den Bach runter ging.

Nieder mit Pay2Win

Die wichtigste Frage lautet jetzt also: Was ist jetzt anders? Nun, der größte und wichtigste Unterschied ist der versprochene Verzicht auf Pay2Win-Elemente und der damit einhergehende Umstieg auf ein Buy2Play-System, wie es beispielsweise Guild Wars 2 nutzt. Ihr kauft das Spiel und könnt es dann so oft, so lang, so viel ihr wollt spielen. Das Abo-System fällt weg, die oft kritisierte Apex-Währung existiert nicht mehr, die Auslagen des Echtgeld-Shops sind rein kosmetisch und der Hausbau ist nicht länger den zahlenden Kunden vorbehalten.

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Sogar Mikrotransaktionen für nützliche, aber nicht notwendige Gegenstände wie Taschen- oder Bankplätze sind nahezu verschwunden. Klingt alles soweit gut, aber viele Spieler trauen dem Braten noch nicht. Die vermeintlich harmlose Option anderen Spielern Dinge aus dem Echtgeld-Shop zu schenken, die es in vielen Spielen gibt, sorgte online für Aufregung, da viele darin bereits den ersten Schritt in Richtung Pay2Win sahen. Die Entwickler haben gar nicht lange rumdiskutiert, sondern reagiert und die Option deaktiviert.

Die Neuerungen nehmen kein Ende

ArcheAge Unchained verzichtet bisher tatsächlich auf jede Form von bezahltem Vorteil. Nicht einmal in den neuen ArchePässen könnt ihr euch spielerische Vorteil erkaufen. Dabei handelt es sich um gleich vier der immer beliebteren, zweigleisigen Saison-Pässe: Allgemein, Handwerk, Ausrüstung und Kampf. Die Gratis-Variante belohnt mit zahlreichen nützlichen Gegenständen, während die Premium-Version für knapp 10 € noch ein paar kosmetische Items obendrauf legt. Allerdings werden euch diese Boni nicht geschenkt, ihr müsst sie euch erspielen.

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Das Spielerlebnis sollte natürlich auch der Hauptgrund sein, weswegen ihr euch für ein Spiel entscheidet. Unchained bietet alles was ArcheAge auch bietet und soll in den nächsten Monaten und Jahren die gleichen Updates bekommen. Patch 6.0 führte beispielsweise in beiden Parallelwelten die Klassenspezialisierung Schnellklinge, Battle Royale auf dem Meer, den 64-bit-Client und ein großes Grafik-Update ein, dass die Welt auf den neuesten Stand brachte und das Volk der Elfen optisch aufpolierte. Weitere grafische Verbesserungen sind geplant, die Zukunft des Spiels sieht also im wahrsten Sinne des Wortes gut aus.

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